ThailÀnder, MajestÀtsbeleidigung

ThailÀnder soll wegen MajestÀtsbeleidigung 50 Jahre in Haft

19.01.2024 - 07:27:15

Weil er den König beleidigt haben soll, muss ein junger ThailÀnder Jahrzehnte in Haft. Menschenrechtler sprechen von einer Rekordstrafe.

Ein Berufungsgericht in Thailand hat einen politischen Aktivisten wegen MajestÀtsbeleidigung zu 50 Jahren Haft verurteilt. Der 30-jÀhrige Mongkhon Thirakot habe die Rekordstrafe wegen mehrerer Facebook-Kommentare erhalten, in denen er den König diffamiert haben soll, teilte die Menschenrechtsorganisation Thai Lawyers for Human Rights mit.

Insgesamt ging es bei dem Verfahren um 27 Facebook-Posts, die der Angeklagte zwischen MĂ€rz und April 2021 verfasst haben soll. Der Antrag Mongkhon Thirakots, bis zur Entscheidung des Obersten Gerichts auf freiem Fuß zu bleiben, sei abgelehnt worden, hieß es.

Nach Angaben der AnwĂ€lte handelt es sich um das höchste jemals verhĂ€ngte Strafmaß im Rahmen des drakonischen Artikels 112. Das kontroverse LĂšse-MajestĂ©-Gesetz sieht lange Haftstrafen von bis zu 15 Jahren fĂŒr jeden vor, der Kritik am König, der Königin oder anderen Mitgliedern des Hofes ĂŒbt.

Urteil noch verschÀrft

Mongkhon Thirakot wurde fĂŒr fast alle seiner Facebook-Posts einzeln verurteilt. Das Berufungsgericht in der nördlichen Stadt Chiang Rai verschĂ€rfte sogar noch das Urteil der vorherigen Instanz, die im vergangenen Jahr 28 Jahre GefĂ€ngnis angesetzt hatte.

Thailand bestraft MajestÀtsbeleidigung so hart wie kaum ein anderes Land. Lange galt das Gesetz als unantastbar - bis 2020. Da kam es zu massiven Protesten der Demokratiebewegung, bei denen Hunderttausende öffentlich eine Reform der Verfassung und der Monarchie forderten. Seither hat die Strafverfolgung noch zugenommen.

@ dpa.de