US-Behörde plant schĂ€rfere Einreiseregeln fĂŒr Touristen
08.02.2026 - 18:20:21Der US-Grenzschutz plant eine VerschĂ€rfung von Einreiseregeln fĂŒr Touristen aus Deutschland und vielen anderen LĂ€ndern. Um eine Reisegenehmigung zu erhalten, soll man den PlĂ€nen zufolge vorab mehr Informationen ĂŒber das eigene Leben preisgeben mĂŒssen als bisher. Am Montag lĂ€uft eine Frist ab, bis zu der EinwĂ€nde und Stellungnahmen zu den vorgeschlagenen Ănderungen eingereicht werden können. Danach prĂŒft die US-Behörde die Eingaben und nimmt möglicherweise noch Ănderungen vor, bevor das Ganze in Kraft tritt. Ein genauer Zeithorizont ist nicht absehbar.
Betroffen sind Besucherinnen und Besucher, die mit dem elektronischen Antrag Esta in die USA einreisen â der gĂ€ngigen, visumfreien Genehmigung fĂŒr Touristen und GeschĂ€ftsreisende aus mehr als 40 LĂ€ndern, am Visa Waiver Program (VWP) teilnehmen. Der Aufenthalt in den USA ist damit fĂŒr maximal 90 Tagen erlaubt.
Vorschlag zu sozialen Medien und privaten Daten verunsichert
Die Grenzschutzbehörde CBP hatte im Dezember Ănderungen fĂŒr Esta-Antragsteller vorgeschlagen, von denen einige besonders fĂŒr Verunsicherung sorgen - auch in Deutschland. Wer auf dieser Grundlage in die USA einreisen will, soll kĂŒnftig etwa Informationen zu seiner PrĂ€senz in sozialen Medien in den vergangenen fĂŒnf Jahren offenlegen mĂŒssen. Was damit genau gemeint ist, geht aus dem im US-Bundesregister veröffentlichten Vorschlag der CBP allerdings nicht hervor.Â
Der Sender CNN berichtete Ende vergangenen Monats unter Berufung auf einen Hotel- und Gastgewerbeverband aus dem US-Bundesstaat Florida, dass Regierungsbeamte ihnen privat gesagt hĂ€tten, es gehe um Account-Namen. Zugang zu Social-Media-Konten oder spezifischen Posts mĂŒsste man dagegen nicht gewĂ€hren. Zudem wĂŒrde die Grenzschutzbehörde auch nicht die Social-Media-AktivitĂ€ten aller Antragssteller prĂŒfen, heiĂt es.Â
In dem Vorschlag der Grenzschutzbehörde ist zudem davon die Rede, dass Antragssteller - sofern möglich - kĂŒnftig zahlreiche zusĂ€tzliche persönliche Daten angeben mĂŒssen. Woran genau die Durchsetzbarkeit festgemacht wird, wird allerdings nicht definiert. Die VorschlĂ€ge fĂŒr zusĂ€tzlich zu erhebende Daten umfassen etwa Telefonnummern, die man in den vergangenen fĂŒnf Jahren verwendet und E-Mail-Adressen, die man in den vergangenen zehn Jahren benutzt hat. Hinzu kommen ausfĂŒhrliche Informationen ĂŒber Familienmitglieder, etwa deren Geburtsdaten, Wohn- und Geburtsorte.Â
Auch PlĂ€ne fĂŒr schĂ€rfere Visa-Regeln
Die Bestrebungen sind Teil der verschĂ€rften Migrations- und Sicherheitspolitik der Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump. Der PrĂ€sident wirft der VorgĂ€ngerregierung vor, zu lasch mit Einreise- und Aufenthaltsregeln gewesen zu sein. Immer wieder kritisierte der Republikaner, dass sich Migranten illegal und ohne gĂŒltige Papiere in den USA aufhalten. Die Abschiebepolitik wurde verschĂ€rft.
Nicht nur fĂŒr Touristen sind verschĂ€rfte Regeln geplant, sondern auch fĂŒr bestimmte Inhaber eines Visums. Schon lĂ€nger gibt es den Plan, die GĂŒltigkeitsdauer des Visums fĂŒr Studierende und fĂŒr Journalistinnen und Journalisten aus dem Ausland zu verkĂŒrzen. Das könnte womöglich dazu fĂŒhren, dass Inhaber in deutlich kĂŒrzeren AbstĂ€nden eine VerlĂ€ngerung beantragen mĂŒssen. Ein Zeithorizont fĂŒr eine mögliche Umsetzung ist ebenfalls noch nicht absehbar.


