Studie, DiversitÀt

Studie I DiversitÀt in der DACH-Region: Viele Worte, aber noch zu wenig Taten

28.05.2024 - 08:12:39

Kirchhoff Consult GmbH

Kirchhoff Consult GmbH / Schlagwort(e): Studie/Studienergebnisse


28.05.2024 / 08:12 CET/CEST
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Hamburg, 28. Mai 2024 – DiversitĂ€t wird immer wichtiger – das ist auch in den Vorstandsetagen angekommen. Doch fehlt es bei der Mehrheit der Unternehmen gemĂ€ĂŸ ihrer Berichterstattung noch an entsprechenden Maßnahmen zur Förderung von DiversitĂ€t. Zu diesem Ergebnis kommt die erste Teilstudie „Diversity: Reporting zur Vielfalt“ zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in der DACH-Region, die Kirchhoff Consult und die BDO AG WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft gemeinsam durchgefĂŒhrt haben*.
 
Mit 97,5 Prozent zeigen fast alle Unternehmen, die in den Top-Indizes Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gelistet sind (DAX 40, ATX, SMI), in ihren GeschĂ€fts- oder Nachhaltigkeitsberichten, dass sie DiversitĂ€t als Bereicherung auffassen und deren Förderung in ihren Unternehmenswerten verankert haben. DarĂŒber hinaus geben 82,5 Prozent der Unternehmen an, DiversitĂ€t (oder vergleichbare Themen wie Vielfalt, Chancengleichheit oder Gerechtigkeit) im Rahmen ihrer Wesentlichkeitsanalyse als wesentliches Thema identifiziert zu haben. 
 
Im Vergleich lassen jedoch deutlich weniger Unternehmen in ihren Berichten erkennen, dass sie sich tiefergehend mit dem Thema auseinandergesetzt und Maßnahmen ergriffen haben, um die Potenziale von DiversitĂ€t wirklich zu nutzen und mögliche Ungleichgewichte zu beseitigen. So haben mit 28,8 Prozent nur wenige dieser Unternehmen geschlechtsspezifische GehaltslĂŒcken bzw. den sogenannten „Gender Pay Gap“ offengelegt. Und nur 7,6 Prozent aller untersuchten Unternehmen ergreifen Maßnahmen zu dessen Bereinigung. Der Spitzenwert der berichteten Gender Pay Gaps ist im ATX zu finden: Hier berichtet ein Unternehmen von einem unbereinigten Gender Pay Gap in Höhe von 39,0 Prozent.
 
DiversitÀt ist mehr als Frauenquote
 
86 Prozent der Unternehmen in DAX 40, SMI und ATX habe spezifische Ziele hinsichtlich des Frauenanteils in ihrer Belegschaft formuliert, was ein deutliches Engagement fĂŒr GeschlechterdiversitĂ€t zeigt. So hat auch der Anteil von „Frauen in FĂŒhrungspositionen“ (Vorstand und Aufsichtsrat) in allen drei Top-Indizes weiter zugenommen. Im DAX 40 stieg der Gesamtanteil von Frauen im Vorstand auf 26 Prozent, nach 23 Prozent im Vorjahr. In den DAX 40-AufsichtsrĂ€ten sind mittlerweile 37,4 der Mitglieder weiblich. 
 
Doch wenige Unternehmen haben in ihrer Berichterstattung alle wesentlichen Facetten der DiversitĂ€t betrachtet. So behandeln nur 16,3 Prozent der Unternehmen das Thema NeurodiversitĂ€t in ihren Berichten. In Bereichen wie sexuelle Orientierung und kulturelle DiversitĂ€t wiederum lassen sich Diskrepanzen zwischen einem Bekenntnis und der tatsĂ€chlichen Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung von DiversitĂ€t in diesen Aspekten feststellen. Neun von zehn der untersuchten Unternehmen veröffentlichten qualitative Angaben zur kulturellen DiversitĂ€t, aber nur 69 Prozent benannten entsprechende Maßnahmen. Noch grĂ¶ĂŸer ist die Differenz zwischen den qualitativen Angaben zur sexuellen Orientierung (83 Prozent) und der Nennung von entsprechenden Maßnahmen (61 Prozent).
 
„DiversitĂ€t ist ein potenzieller Gewinn und Diskriminierung ein großer Wertevernichter in Unternehmen. Um die Potenziale einer vielfĂ€ltigen Belegschaft zu heben und Diskriminierung wirksam zu verhindern, braucht es beides: Eine Übersicht ĂŒber die konkreten UmstĂ€nde bezogen auf DiversitĂ€tsaspekte im Unternehmen und daraus abgeleitete Ziele und Maßnahmen,“ kommentiert Jela Bölts, Consultant ESG/Sustainability bei Kirchhoff Consult und Co-Autorin der Studie.
 
CSRD-Readiness: Knapp drei Viertel der Unternehmen sind vorbereitet 
 
Mit den neuen Offenlegungsverpflichtungen der CSRD [Corporate Sustainability Reporting Directive] sind Unternehmen kĂŒnftig in noch höherem Maße dazu verpflichtet, sich diesen Anforderungen zu stellen. „Das schafft zumindest mehr Vergleichbarkeit hinsichtlich UnternehmensaktivitĂ€ten, die im Zusammenhang mit DiversitĂ€t stehen. Wir erwarten dadurch aber auch mehr unternehmerische AktivitĂ€t zur Förderung von DiversitĂ€t in der Arbeitswelt zu sehen,“ erklĂ€rt Janina Seufert, Managerin Sustainability Services bei BDO und Co-Autorin der Studie.
 
In Sachen CSRD sind die meisten Unternehmen der Top-Indizes in der DACH-Region gut vorbereitet: Bereits 72,5 Prozent definieren ihre diversitĂ€tsbezogenen Ziele nach den Kriterien der European Sustainability Reporting Standards – messbar, ergebnisbezogen und zeitgebunden.
 
Studienserie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in der DACH-Region
 
Die vorliegende Teilstudie „Diversity: Reporting zur Vielfalt“ bildet den Auftakt einer Studienserie, die die Kirchhoff Consult GmbH und die BDO AG WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft gemeinsam durchfĂŒhren. In der Studienserie werden Aktiengesellschaften der deutschen, österreichischen und Schweizer Top-Indizes (DAX 40, ATX und SMI) unter die Lupe genommen. Als Datengrundlage dienen die GeschĂ€fts- und Nachhaltigkeitsberichte der 80 Leitindex-Unternehmen, die bis zum Stichtag des 31. MĂ€rz 2024 veröffentlicht wurden.
 
Die Studie untersucht, wie die grĂ¶ĂŸten Aktiengesellschaften der DACH-Region DiversitĂ€t in ihren Unternehmensstrukturen verankern und welche Maßnahmen sie ergreifen, um eine inklusive Unternehmenskultur zu fördern. Der Fokus der Untersuchung lag auf den DiversitĂ€tsdimensionen Geschlecht, Alter, kulturelle Vielfalt, sexuelle Orientierung, NeurodiversitĂ€t und Inklusion von Menschen mit Behinderungen. DarĂŒber hinaus beleuchtet die Studie verschiedene Merkmale des Umgangs mit DiversitĂ€t. Dazu zĂ€hlt der Gender Pay Gap, das Auftreten und das Management von DiskriminierungsvorfĂ€llen oder die organisatorische Verankerung innerhalb der Unternehmen.
 
Alle Ergebnisse dieser Untersuchung finden Sie hier in der vollstĂ€ndigen Studie. * Die vorliegende Studie ist eine deskriptive, kategoriensystembasierte SekundĂ€rdatenanalyse der Nachhaltigkeitsberichterstattung und GeschĂ€ftsberichterstattung gemĂ€ĂŸ der DAX 40-, ATX- und SMI-Unternehmen zum Stichtag 31.3.2024.


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