ROUNDUP, Trump

Trump vor Netanjahus UN-Rede mit neuem Nahost-Friedensplan

25.09.2025 - 19:29:45 | dpa.de

Die BemĂŒhungen um Frieden im Gazastreifen nehmen am Rande der UN-Vollversammlung in New York weiter Fahrt auf.

Nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump arabischen Staaten einen 21-Punkte-Plan fĂŒr Frieden im Nahen Osten prĂ€sentiert hatte, kĂŒndigte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) an, Deutschland werde sich bei Israel und den PalĂ€stinensern fĂŒr dessen Annahme einsetzen. PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas distanzierte sich bei der Vollversammlung von der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Hamas.

Wadephul sagte vor Journalisten in New York, Deutschland unterstĂŒtze die US-Initiative ausdrĂŒcklich. "Ich glaube, wir können mit vorsichtigem Optimismus in die nĂ€chsten Tage gehen." Deutschland werde "auf allen Seiten dafĂŒr werben, den Vorschlag, den ich im Detail noch nicht kenne, aber wo die Umrisse mir sehr gut vertraut sind und der unterstĂŒtzenswert ist, soweit ich ihn kenne, diesen Vorschlag dann auch umzusetzen", sagte der Minister.

Der Bundesaußenminister sprach von einer fĂŒr beide Seiten akzeptablen Lösung. Die Konfrontation im Gazastreifen mĂŒsse um der leidenden Menschen willen endlich beendet werden. Der Konflikt spalte die Welt und viele Gesellschaften. Er habe sich mit seinem israelischen Amtskollegen und arabischen Ministern in den vergangenen Monaten darum bemĂŒht, eine solche Lösung vorzubereiten und "einen gewissen Beitrag dazu zu leisten, dass wir jetzt da sind, wo wir sind". Ob Wadephul am Rande der UN seinen israelischen Kollegen Gideon Saar oder Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu trifft, war zunĂ€chst unklar.

Trump-Plan fordert Waffenruhe und israelischen RĂŒckzug aus Gaza

Trump hatte den 21-Punkte-Plan fĂŒr Frieden im Nahen Osten arabischen Staats- und Regierungschefs am Dienstag am Rande der UN-Vollversammlung vorgelegt. Laut US-Medien umfasst der Vorstoß Forderungen nach einer dauerhaften Waffenruhe, der Freilassung der Geiseln, einem schrittweisen RĂŒckzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und einen Vorschlag fĂŒr eine Regierung des KĂŒstengebiets ohne Beteiligung der islamistischen Hamas. Die arabischen Staaten verlangen unter anderem den Verzicht Israels auf die Annexion von Teilen des Westjordanlands oder des Gazastreifens.

Netanjahus UN-Rede am Freitag mit Spannung erwartet

Mit Spannung wird die Rede Netanjahus vor der UN-Vollversammlung an diesem Freitag erwartet. Trump will Netanjahu am Montag in Washington empfangen. Zuletzt hatten sich immer mehr westliche Partner wegen der aggressiven KriegsfĂŒhrung im Gazastreifen von der Netanjahu-Regierung abgewandt. Nach Großbritannien und Kanada erkannte am Montag unter anderem auch Frankreich PalĂ€stina als Staat an. Deutschland setzt sich fĂŒr eine Zweistaatenlösung zwischen Israelis und PalĂ€stinensern ein, lehnt eine Anerkennung zum jetzigen Zeitpunkt aber ab.

Abbas bei UN: PalÀstinenserstaat soll friedlich sein

PalĂ€stinenserprĂ€sident Abbas, Chef der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde (PA), betonte vor der Generalversammlung, ein solcher Staat solle friedlich neben Israel existieren. Die PA sei bereit, die Herrschaft im Gazastreifen zu ĂŒbernehmen. Israel lehnt das ab. Abbas versprach zudem: "Die Hamas wird in der RegierungsfĂŒhrung keine Rolle spielen." Er forderte auch, dass die Islamistenorganisation ihre Waffen an die PA ĂŒbergibt. Auch Israel fordert dies.

Die PA verwaltet Teile des Westjordanlandes. Abbas hat aber in der palĂ€stinensischen Bevölkerung nur wenig RĂŒckhalt. Die Hamas gilt als interne Rivalin der Fatah-Bewegung von Abbas. Er wurde per Video zugeschaltet, weil die USA der palĂ€stinensischen Delegation keine Visa zur Einreise ausgestellt hatten.

Netanjahu hatte die Anerkennung eines palĂ€stinensischen Staates als "enorme Belohnung" fĂŒr Terror nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 verurteilt. Die israelische Regierung lehnt die Zweistaatenlösung mit der BegrĂŒndung ab, sie gefĂ€hrde die Existenz Israels. Laut Umfragen lehnt eine Mehrheit der PalĂ€stinenser und der Israelis die Zweistaatenlösung inzwischen ab, wĂ€hrend es in der Vergangenheit auf beiden Seiten eine Mehrheit fĂŒr diese Idee gegeben hatte.

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