Studie, Gegenwind

Studie: Gegenwind fĂŒr Fahrradbranche hĂ€lt an

21.10.2024 - 11:06:32

Die europÀische Fahrradbranche muss weiter mit starkem Gegenwind zurechtkommen, wÀhrend die Kunden auf hohe Rabatte hoffen können.

Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Roland Berger bleiben die Absatzzahlen neuer RĂ€der auch in den kommenden beiden Jahren deutlich unter dem Niveau des Rekordjahres 2021, als im Zeichen der Corona-Pandemie europaweit 22,1 Millionen RĂ€der verkauft und ein Umsatz von 21,2 Milliarden Euro erzielt wurden.

Obwohl infolge des E-Bike-Booms der Durchschnittspreis pro Fahrrad deutlich steigt, erwarten die Autoren mit rund 20 Milliarden Euro auch noch im Jahr 2026 Erlöse unterhalb des Rekords. DafĂŒr mĂŒssten dann 15,9 Millionen RĂ€der verkauft werden. Im laufenden Jahr werden es laut Prognose 15,3 Millionen RĂ€der mit einem Umsatz von 17,5 Milliarden Euro werden.

Große BestĂ€nde ĂŒberall

Die Hersteller sitzen auf großen Mengen fertig montierter RĂ€der und teuer eingekaufter Komponenten, wĂ€hrend der Handel kaum nachordert, weil er seinerseits zunĂ€chst eigene LagerbestĂ€nde abbauen muss. FrĂŒhestens mit der Saison 2026 werde eine Erholung einsetzen, heißt es in der Marktstudie, fĂŒr die 40 Brancheninsider qualitativ befragt wurden.

In den GeschĂ€ften sind RĂ€der oft nur mit hohen Rabatten verkĂ€uflich. "Die momentanen Margen fĂŒr mich als HĂ€ndler sind aufgrund der laufenden Rabattaktionen so niedrig, dass es deutlich risikoreicher ist, Ware bei meinen Fahrradmarken zu bestellen als auf den Zusatzumsatz zu verzichten", wird der GeschĂ€ftsfĂŒhrer einer Handelskette zitiert.

Weil der Handel auch auf der Frankfurter Leitmesse "Eurobike" sehr viel weniger bestellt hat als erwartet, gehen die Studienteilnehmer mehrheitlich von weiteren AbsatzrĂŒckgĂ€ngen aus. Ein großer E-Bike-Hersteller plant nach eigenen Angaben fĂŒr 2025 einen MengenrĂŒckgang von 15 Prozent.

E-Bikes könnten im Schnitt billiger werden

Die Studie, an der auch der Pressedienst Fahrrad mitgewirkt hat, sieht den ĂŒbergeordneten Mega-Trend zur CO2-freien MobilitĂ€t in Europas StĂ€dten aber weiter intakt. Umsatzwachstum werde ĂŒber den wachsenden Anteil von E-Bikes realisiert, die im deutschen Markt schon mehr als die HĂ€lfte aller VerkĂ€ufe ausmachen. Andere europĂ€ische MĂ€rkte haben teils erst E-Bike-Quoten von 30 Prozent, sodass zusĂ€tzliche Absatzmöglichkeiten bestehen. Die Durchschnittspreise fĂŒr E-Bikes dĂŒrften sich dafĂŒr mit einfacherer Technik auf einem etwas niedrigeren Niveau einpendeln. In Deutschland hat das verbreitete Dienstrad-Leasing bislang besonders kostspielige Bikes begĂŒnstigt.

@ dpa.de