Verdi ruft zu ĂPNV-Warnstreiks in fast allen BundeslĂ€ndern auf
29.01.2024 - 15:23:09"Da jetzt in allen BundeslÀndern Tarifverhandlungen stattgefunden haben und ohne Ergebnis geblieben sind, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um mehr Druck auf die Arbeitgeber zu machen", teilte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, am Montag in Berlin mit.
Auf FahrgĂ€ste kommen damit an diesem Freitag erneut erhebliche EinschrĂ€nkungen vor allem im Berufsverkehr zu. Erst an diesem Montag hatte die Gewerkschaft Deutscher LokomotivfĂŒhrer (GDL) ihren mehrtĂ€gigen Streik bei der Deutschen Bahn vorzeitig beendet. Dort gilt nun bis einschlieĂlich 3. MĂ€rz eine Friedenspflicht. Im Nah- und Regionalverkehr sind ArbeitskĂ€mpfe von Verdi aber weiter möglich.
AuĂer in Bayern verhandelt die Gewerkschaft in allen BundeslĂ€ndern parallel mit den kommunalen ArbeitgeberverbĂ€nden ĂŒber neue TarifvertrĂ€ge fĂŒr die BeschĂ€ftigten im ĂPNV. Von der Tarifrunde sind laut Verdi mehr als 130 kommunale Unternehmen in den StĂ€dten und Landkreisen sowie insgesamt 90 000 BeschĂ€ftigte betroffen. Bei der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche kam in keiner Region eine Lösung zustande.
Verhandelt wird zwar in allen betroffenen BundeslĂ€ndern gleichzeitig. Inhaltlich geht es aber um sehr unterschiedliche Forderungen. In den meisten LĂ€ndern geht es um die sogenannten ManteltarifvertrĂ€ge. Sie regeln vor allem die Arbeitsbedingungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) etwa fordert Verdi unter anderem lĂ€ngere Wendezeiten, Urlaubsgeld und mehr Urlaub. "Die Belastung der BeschĂ€ftigten und die Personalnot im ĂPNV haben immer mehr zugenommen, der Arbeitsdruck wird immer gröĂer", teilte die Gewerkschaft vor einigen Tagen mit. "Es mĂŒssen also schnell Lösungen gefunden werden, um eine Entlastung herbeizufĂŒhren."
Komplizierter lĂ€uft es in Brandenburg, Saarland Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen. Hier geht es auch um die Entgelte, also höhere Löhne und GehĂ€lter. In Brandenburg will Verdi 20 Prozent, mindestens aber 650 Euro mehr fĂŒr die BeschĂ€ftigten im Nahverkehr rausholen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
UnterstĂŒtzt wird der Warnstreik von der Umweltbewegung Fridays for Future. "Wir alle brauchen einen verlĂ€sslichen Nahverkehr, mit dem wir sicher und gĂŒnstig zur Arbeit, in den Club oder nach Hause kommen", teilte deren Sprecherin Darya Sotoodoh am Montag mit.

