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Studie: Anteil der Arbeitnehmer in Gewerkschaften gesunken

13.10.2025 - 15:32:12

In vielen LÀndern Europas ist der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder unter allen BeschÀftigten von 2016 bis 2023 laut einer Untersuchung deutlich gesunken.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft unter 14 LĂ€ndern.

Demnach sank der sogenannte gewerkschaftliche Organisationsgrad ohne Arbeitslose und Rentner in Deutschland von 20,2 Prozent 2016 auf 16,6 Prozent im Jahr 2023. Bei allen untersuchten LĂ€ndern lag die Spanne 2023 zwischen 5,6 Prozent (Ungarn) und 72,3 Prozent (Schweden).

Gestiegener Organisationsgrad in Österreich

Den mit 13,4 Prozentpunkten stĂ€rksten RĂŒckgang gab es in Belgien, wo 2023 rund 39 Prozent aller abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten gewerkschaftlich organisiert waren.

Unter den untersuchten LĂ€ndern gab es laut der Studie nur in Österreich einen Anstieg: Dort wuchs der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer von 27,8 im Jahr 2016 auf 32,1 Prozent im Jahr 2023. Über die Studienergebnisse hatte zuvor die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

Die Studienautoren fĂŒhren die Entwicklung unter anderem auf eine geringe Mobilisierung von BeschĂ€ftigten in Teilzeit oder von befristet BeschĂ€ftigten zurĂŒck. Die gewerkschaftliche Verankerung in diesen Gruppen sei in vielen der untersuchten LĂ€nder gering.

"Gerade diese BeschĂ€ftigtengruppen könnten durch kollektiv ausgehandelte Arbeitsbedingungen profitieren." Um Arbeitnehmer in solchen BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnissen zu erreichen, mĂŒssten die Gewerkschaften daher ĂŒberzeugender darlegen können, mit welchen Vorteilen die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft verbunden sei.

Studie: Gewerkschaften sollten JĂŒngere mehr in den Blick nehmen

Auch mĂŒssten die Gewerkschaften zur Verbesserung ihrer OrganisationsstĂ€rke BeschĂ€ftigte in Kleinbetrieben sowie BeschĂ€ftigte mit Migrationshintergrund besser mobilisieren.

Einen weiteren wichtigen Grund fĂŒr den gesunkenen Organisationsgrad sieht das IW darin, dass sich jĂŒngere BeschĂ€ftigte seltener fĂŒr einen Gewerkschaftsbeitritt entscheiden als Ă€ltere. "Besonders die Altersklasse der 51- bis 65-JĂ€hrigen ist in den Gewerkschaften vieler europĂ€ischer LĂ€nder stark ĂŒberreprĂ€sentiert, wĂ€hrend jĂŒngere BeschĂ€ftigte vergleichsweise selten einer Gewerkschaft beitreten." Lösen könnten dies die Gewerkschaften nur durch eine gezieltere Mobilisierung der JĂŒngeren.

@ dpa.de