Kabinett beschlieĂt zentrale ReformplĂ€ne in Energiepolitik
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 13:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach von einem wichtigen Meilenstein und einem Paradigmenwechsel. Konkret geht es um eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie um ein Netzpaket. "Wir beenden das EEG als Rundum-sorglos-Paket", sagte Reiche. Ăberförderung werde abgeschafft.
Die EEG-Reform sieht etwa vor, dass es fĂŒr neue, kleine Solaranlagen auf dem Hausdach ab 2027 keine dauerhafte Förderung mehr geben soll. Reiche sagte, die Zeit der festen EinspeisevergĂŒtung auf Kosten des Steuerzahlers laufe aus. Kleine Anlagen kombiniert mit einer Batterie und in den allermeisten FĂ€llen auch noch mit einem Anschluss fĂŒr ein Elektroauto seien eine Investition, die sich nach wenigen Jahren lohne, sagte Reiche. Dies sollte nicht auf Dauer von der Allgemeinheit bezahlt werden.
Daneben geht es um ein Netzpaket. Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll besser auf den Ausbau der Stromnetze abgestimmt werden. In sogenannten Netzengpass-Gebieten ist eine bessere Steuerung geplant.
An den PlĂ€nen gibt es scharfe Kritik. UmweltverbĂ€nde werfen Reiche vor, die Energiebremse auszubremsen. Es drohten neue HĂŒrden fĂŒr den Ausbau der erneuerbaren Energien, teilte etwa die Deutsche Umwelthilfe mit. Der GrĂŒnen-Energiepolitiker Michael Kellner sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Diese GesetzesentwĂŒrfe sind eine Attacke auf die erfolgreiche Energiewende in Deutschland." Wind- und Solarenergie wĂŒrden gebremst statt beflĂŒgelt.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie dagegen begrĂŒĂte die PlĂ€ne. "Mit der EEG-Novelle und dem Netzpaket setzt die Bundesregierung wichtige und lange ĂŒberfĂ€llige Impulse fĂŒr ein effizientes und wettbewerbsfĂ€higes Energiesystem", sagte der stellvertretende HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Holger Lösch. "Beide Vorhaben greifen zentrale Herausforderungen auf, die sich aus dem schnellen Ausbau erneuerbarer Energien und den steigenden Netz- und Stromkosten ergeben."
