Kindergeld, Kabinett

Kindergeld wird automatisch: Kabinett beschließt digitale Revolution für Familien

21.03.2026 - 06:31:58 | boerse-global.de

Die Bundesregierung führt ab 2027 ein antragsloses Kindergeld ein. Die Leistung wird automatisch überwiesen, sobald Standesämter eine Geburt melden.

Kindergeld wird automatisch: Kabinett beschließt digitale Revolution für Familien - Foto: über boerse-global.de
Kindergeld wird automatisch: Kabinett beschließt digitale Revolution für Familien - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesregierung schafft den Antrag für Kindergeld ab. Ab 2027 erhalten Eltern die Leistung automatisch – ein Meilenstein im Kampf gegen Bürokratie.

Berlin. Deutschlands Familien können sich auf deutlich weniger Papierkram freuen. Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf beschlossen, der das Kindergeld künftig automatisch und ohne Antrag auszahlt. Die Reform, ein Kernprojekt der Digitalisierungsagenda, soll ab Januar 2027 in zwei Stufen starten und jährlich rund 300.000 Erstanträge überflüssig machen. Für junge Eltern bedeutet das: mehr Zeit für die Familie, weniger Ärger mit Formularen.

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So funktioniert die automatische Auszahlung

Der Schlüssel zum neuen System ist der digitale Datenaustausch zwischen Behörden. Grundlage ist das „Once-Only“-Prinzip: Daten müssen nur einmal mitgeteilt werden. Melden die Standesämter eine Geburt an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), leitet dieses die Informationen automatisch an die zuständige Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit weiter.

Voraussetzung für die reibungslose Überweisung ist eine hinterlegte IBAN der Eltern. Diese kann bereits jetzt über das Steuerportal ELSTER oder eine Freigabe bei der Bank hinterlegt werden. Liegt eine gültige Kontoverbindung vor, startet der Auszahlungsprozess von selbst. Das Kindergeld in Höhe von derzeit 259 Euro pro Monat und Kind wird dann ohne Zutun der Eltern überwiesen.

Stufenweise Einführung ab März 2027

Die Umstellung auf das antragslose Verfahren erfolgt geordnet in zwei Phasen:
* Phase 1 (ab März 2027): Familien, die bereits Kindergeld für ein älteres Kind beziehen, profitieren zuerst. Bei der Geburt eines weiteren Kindes wird die Leistung automatisch ergänzt.
* Phase 2 (ab November 2027): Dann werden auch die Eltern von Erstgeborenen in das System einbezogen. Für besondere Fälle, wie im Ausland lebende aber in Deutschland steuerpflichtige Eltern, soll ein vereinfachtes Digitalverfahren die Papierformulare ersetzen.

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Pragmatischer Schritt statt großer Reform

Die Automatisierung des Kindergelds ist ein konkretes Ergebnis der Kommission zum Sozialstaatsumbau. Sie zielt darauf ab, Verwaltungsabläufe zu verschlanken und Ressourcen freizusetzen. Regierungsvertreter feiern den Schritt als „spürbare Entlastung“ für Familien.

Allerdings handelt es sich hier nicht um die umfassendere Kindergrundsicherung. Dieses größere Vorhaben, das Kindergeld, Kinderzuschlag und Leistungen des Sozialgesetzbuchs bündeln sollte, wurde mit dem Ende der letzten Koalition nicht mehr umgesetzt. Die aktuelle Reform konzentriert sich stattdessen auf den effizienteren Ablauf der bestehenden Leistung – ein pragmatischer und schnell realisierbarer Schritt.

Nach der Kabinettsbefassung geht der Entwurf nun in das parlamentarische Verfahren. Gelingt die Umstellung, könnte sie zum Blaupause für die Digitalisierung weiterer Sozialleistungen werden. Für Hunderttausende Eltern pro Jahr wäre das ein großer Gewinn an Lebensqualität.

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