Studie, Aktivrente

Studie: 'Aktivrente' bringt moderates Plus fĂŒr Arbeitsmarkt

12.11.2025 - 05:59:51

Mit der geplanten "Aktivrente" ab Anfang nÀchsten Jahres könnten Berechnungen zufolge voraussichtlich 25.000 bis 33.000 zusÀtzliche Vollzeitstellen entstehen.

Das gelte fĂŒr die Altersgruppe 66 bis 70 Jahre und bedeute einen "moderaten BeschĂ€ftigungseffekt", bilanziert eine Untersuchung des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Bundesregierung will mehr Ältere in Betrieben halten

Ab Januar 2026 soll mit der "Aktivrente" ein Zuverdienst von monatlich 2.000 Euro steuerfrei bleiben fĂŒr Menschen, die das gesetzliche Rentenalter erreicht haben und weiterarbeiten. Ziel der Bundesregierung ist es, FachkrĂ€fte lĂ€nger in den Betrieben zu halten. Schon seit 2023 können Altersrentner zwar unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass ihre Rente gemindert wĂŒrde. Allerdings mĂŒssen Rente und Arbeitslohn wie andere Einkommensarten bislang auch gemeinsam versteuert werden.

Das DIW hatte knapp 3.000 Menschen zwischen 60 und 71 Jahren online befragt. Unter den aktuellen Steuerbedingungen sagten demnach 52 Prozent, sie wollten nach Erreichen des Ruhestands nicht mehr arbeiten. Unter den neuen Bedingungen gaben dagegen "nur" noch rund 47 Prozent an, abgeneigt zu sein. Fast alle der Befragten, die sich ein Weiterarbeiten vorstellen können, Ă€ußerten, sie seien zu einer VerlĂ€ngerung um ein Jahr oder mehr bereit.

FĂŒr den Staat könnte es ein Minus-GeschĂ€ft werden

Erst wenn die Schwelle von mindestens 40.000 zusĂ€tzlichen Vollzeitstellen erreicht werde, rechne sich die Aktivrente aber auch fĂŒr den Staat, hieß es in GĂŒtersloh. Genauer: Dann erst wĂŒrden die fĂŒr den Fiskus entstehenden Einkommensteuerverluste kompensiert. In Deutschland gibt es nach amtlichen Daten knapp 35 Millionen sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigte.

GrundsĂ€tzlich setze die Politik mit der "Aktivrente" zwar ein wichtiges Zeichen, schilderte der Arbeitsmarktexperte der Stiftung, Eric Thode. Notwendig sei aber eine umfassende Informationskampagne und ein aktives Werben, damit die neue Regelung bekannter werde und auch breiter genutzt werde. Zudem sind laut Stiftung noch Reformen im Arbeitsrecht nötig, um Klarheit und Sicherheit fĂŒr Arbeitgeber und BeschĂ€ftige in punkto Weiter- und WiederbeschĂ€ftigung zu schaffen.

Derzeit sind laut Bertelsmann Stiftung in Deutschland 21 Prozent der 65- bis 69-JÀhrigen erwerbstÀtig. Im Vergleich zu DÀnemark oder Schweden (rund 30 Prozent) sei die Quote eher gering.

@ dpa.de