Merz, Kommunen

Merz verspricht Kommunen Hilfe bei steigenden Sozialkosten

04.11.2025 - 12:30:52

Nach dem Brandbrief der Rathauschefs der LandeshauptstĂ€dte aller 13 FlĂ€chenlĂ€nder zur kommunalen Finanzmisere hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) UnterstĂŒtzung zugesichert.

"Wir mĂŒssen den Kommunen helfen", sagte Merz, dass sie "gesetzliche Verpflichtungen, die wir ihnen auferlegen, erfĂŒllen können". Denn es seien in der Regel Bundesgesetze, manchmal zusĂ€tzliche Landesgesetze und Verordnungen. Bei seinem Antrittsbesuch in Mecklenburg-Vorpommern sagte der Kanzler in Schwerin weiter: "Die Gemeinden haben recht mit dem, was sie uns auch an Bitten vortragen. Es sind ja mittlerweile wirklich Hilferufe und ich nehme die sehr ernst."

Kommunen stehen vor erheblichen finanziellen Problemen

Die Kommunen stĂŒnden vor erheblichen Problemen, etwa durch stark steigende Kosten in der Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe, der Sozialhilfe fĂŒr die Pflege und auch beim Unterhaltsvorschuss. Das seien Themen, die fĂŒr die Kommunen mittlerweile zu einer nicht mehr tragbaren Kostenlast geworden seien, sagte Merz.

Gleichzeitig betonte der Kanzler jedoch, "die Lösungen liegen eher auf der Korrektur der Ausgabenseite". Weder der Bund noch LĂ€nder seien in der Lage, die Kostensteigerung mit höheren Zuwendungen an die Kommunen zu kompensieren. "Ich will ausdrĂŒcklich sagen, wir stellen hier die LeistungsfĂ€higkeit unseres Sozialstaates nicht infrage", sagte Merz. Gleichwohl mĂŒsse mit dem Geld sorgfĂ€ltiger umgegangen werden.

Merz: Ortsumgehung Wolgast wird gebaut

FĂŒr Mecklenburg-Vorpommern hatte Merz bei seinem Besuch noch eine gute Nachricht im GepĂ€ck: "Die Ortsumgehung Wolgast wird gebaut, das Projekt wird fertiggestellt." Das sei im Bundeskabinett so beschlossen. Der Verkehrsetat sei Anfang Oktober noch einmal um drei Milliarden Euro aufgestockt worden, "sodass auch ein solches Vorhaben finanziert werden kann".

Die Kosten fĂŒr die bereits im Bau befindliche Umgehung der Bundesstraße 111 um Wolgast samt neuer Zufahrt auf die Insel Usedom werden inzwischen auf rund 500 Millionen Euro beziffert. 2021 war noch von knapp 140 Millionen Euro die Rede. Als möglichen Zeitpunkt der Fertigstellung der Umgehung war 2026 genannt worden. Inzwischen wird eine Fertigstellung fĂŒr 2028 erwartet. Die Ortsumgehung soll die Bevölkerung in Wolgast von dem, insbesondere in den Sommermonaten, starken Durchgangsverkehr auf und von der Urlaubsinsel entlasten.

Bedeutung der Ortsumgehung reicht ĂŒber Usedom hinaus

"Es ist ein relativ kompliziertes und anspruchsvolles BrĂŒckenbauwerk, was dort gebaut werden muss, das wohl auch in seiner KomplexitĂ€t und Finanzierbarkeit bei der Planung unterschĂ€tzt wurde", sagte Merz. "Aber das gleichen wir jetzt aus und damit kann dieses wichtige Vorhaben gebaut werden." Es gehe ja nicht nur um einen Zugang zur Insel Usedom, das Projekt habe eine Bedeutung weit darĂŒber hinaus.

@ dpa.de