Verfassungsschutz, Staaten

Verfassungsschutz: Staaten spÀhen Oppositionelle in Deutschland aus

30.06.2026 - 14:32:51 | dpa.de

Neben den Hauptakteuren Russland und China sind in Deutschland auch Geheimdienste von Staaten wie Iran, Pakistan und Marokko nach EinschÀtzung des Verfassungsschutzes aktuell sehr aktiv.

Ein Fokus liege dabei auf dem AusspÀhen von Oppositionellen aus diesen LÀndern in der Bundesrepublik, auch das Platzieren beziehungsweise Anwerben von Spionen im Staatsapparat gehöre dazu.

"Staaten aus Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten haben in der Vergangenheit auch menschliche Quellen in deutschen Behörden eingesetzt, um Informationen zu gewinnen", heißt es im Jahresbericht des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) fĂŒr 2025, der jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

Innenminister: SouverÀnitÀt Deutschland angegriffen

Solche Staaten versuchten zudem, Politik, Medien und Verwaltungshandeln durch "klandestine Methoden" zu beeinflussen. Ziel ist es dabei dem Bericht zufolge, unter anderem außereuropĂ€ische Regionalkonflikte in Deutschland auszutragen. Dabei verwendeten diese Staaten moderne Technik und kauften sich auch bei europĂ€ischen Firmen ein.

Zudem wĂŒrden Auslandsgemeinden aufgeklĂ€rt, Oppositionelle ausgespĂ€ht oder als Extremisten diskreditiert und einzelne Personen auch physisch bedroht. Solche sogenannten transnationalen Repressionen dienten dazu, "auch in Deutschland Oppositionelle zu attackieren und damit auch die SouverĂ€nitĂ€t unseres Landes anzugreifen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei der Vorstellung des Berichts.

Verfassungsschutz: Bei iranischen Aktionen Antisemitismus tragend

Gruppen oder Einzelne, die in Gegnerschaft zur iranischen FĂŒhrung stehen, geraten demnach besonders in den Fokus. "FĂŒr die Machthaber Irans gelten solche Gruppierungen als GefĂ€hrdung fĂŒr den Fortbestand ihrer Herrschaft, weshalb sie Proteste im Inland gewaltsam unterdrĂŒcken und diese Gruppen sowie Personen im Ausland verfolgen", heißt es im Bericht. Bei Reisen in den Iran drohten Oppositionellen Festnahmen beziehungsweise mehrtĂ€gige Befragungen durch iranische Nachrichtendienste.

Als Folge der Konflikte und Kriege 2025 hĂ€tten iranische Nachrichtendienste israelische sowie jĂŒdische Einrichtungen sowie deren UnterstĂŒtzer in Deutschland und Europa ausgespĂ€ht. "Antisemitismus ist da ein tragender Pfeiler fĂŒr diese Aktion", sagte VerfassungsschutzprĂ€sident Sinan Selen.

Pakistan spÀht primÀr Belutschen aus

Pakistan spĂ€he "vor allem Angehörige des Volkes der Belutschen, die in Afghanistan, Iran und Pakistan leben" aus, schreibt das BfV. Zudem werde versucht, in der afghanischen und pakistanischen Diaspora "auf eine positive Wahrnehmung Pakistans hinzuwirken", sodass auch Demonstrationen und Propagandaveranstaltungen unterstĂŒtzt wĂŒrden.

Marokko nehme neben Akteuren des islamischen Extremismus und Terrorismus vor allem Oppositionelle und Kritiker von Monarchie und StaatsfĂŒhrung in den Blick. Im September wurde ein Marokkaner wegen geheimdienstlicher AgententĂ€tigkeit verurteilt. Er soll Informationen ĂŒber AnhĂ€nger der Oppositionsbewegung in Deutschland gesammelt haben.

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