Studie: Etwas mehr Chefinnen in stÀdtischen Firmen
Veröffentlicht am: 15.07.2026 um 05:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Anteil weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte in kommunalen Firmen lag im April bei 23,4 Prozent, und damit um 0,4 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor, wie aus einer Auswertung der Zeppelin-UniversitĂ€t Friedrichshafen hervorgeht. Im FĂŒnf-Jahres-Vergleich ist der Wert um 3,9 Punkte gestiegen.
Der DĂ€mpfer bei der Entwicklung resultiert Studienleiter Ulf PapenfuĂ zufolge aus den gesunkenen Neuberufungszahlen. Im Untersuchungszeitraum wurden demnach 293 Top-Posten in Stadtfirmen neu besetzt - 23,9 Prozent davon mit Frauen. Der Wert sei deutlich niedriger als im Vorjahr (minus 6,8 Punkte).
Angesichts der Vorbildfunktion öffentlicher Arbeitgeber sollte dieser Befund besonders diskutiert werden. FĂŒhrungskrĂ€fteentwicklung und Regeln fĂŒr die Besetzung der Chefposten - festgehalten in Richtlinien zur guten FĂŒhrung von Unternehmen, sogenannten Public Corporate Governance Kodizes - könnten ihm zufolge dabei helfen, den Frauenanteil zu steigern. Kommunale Firmen können zum Beispiel KrankenhĂ€user, Pflegeheime, Nahverkehrsbetriebe, Stadtwerke, Bibliotheken und Wohnungsbaugesellschaften sein.
Kommunale Unternehmen hinter Dax -Konzernen
Der Frauenanteil in stĂ€dtischen Firmen liegt PapenfuĂ zufolge weiterhin deutlich unter dem politischen Ziel der ParitĂ€t und den Werten der Dax-40-Konzerne DE0008469008. In der obersten Chefetage der Börsenschwergewichte waren der gemeinnĂŒtzigen Allbright-Stiftung zufolge zuletzt 25,7 Prozent der Vorstandsposten mit Frauen besetzt (Stichtag: 1. September 2025). Der Unterschied dĂŒrfte sich vor allem mit den gesetzlichen Vorgaben erklĂ€ren lassen. Börsennotierte und paritĂ€tisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2.000 BeschĂ€ftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern mĂŒssen bei Neubesetzungen in dem Gremium inzwischen darauf achten, dass mindestens eine Frau in der Topetage sitzt.
Untersucht wurden bundesweit 1.481 kommunale Unternehmen in 69 StĂ€dten, in denen die öffentliche Hand die Mehrheit hat. Mit Frauen besetzt waren 512 der insgesamt 2.190 Posten in Vorstand, GeschĂ€ftsleitung oder -fĂŒhrung. In die Studie einbezogen wurden neben den Stadtstaaten und LandeshauptstĂ€dten je die vier - an der Bevölkerung gemessen - gröĂten StĂ€dte jedes Bundeslands. DarĂŒber hinaus wurden auch Unternehmen des Bundes und der BundeslĂ€nder untersucht. Diese kamen beim Frauenanteil besser weg (Bund: 33,5 Prozent; FlĂ€chenlĂ€nder: 24,9 Prozent). Die Daten wurden im April erhoben.
Weimar an der Spitze des Rankings
Spitzenreiter war Weimar in ThĂŒringen mit einem unverĂ€nderten Frauenanteil von 55,6 Prozent in den Topetagen kommunaler Firmen. Es folgen Greifswald mit 46,2 Prozent (Vorjahr: 53,8 Prozent), Hannover mit 44,4 Prozent (Vorjahr: 56,3 Prozent) und Wiesbaden mit 40,0 Prozent (unverĂ€ndert). In StĂ€dten der ostdeutschen FlĂ€chenlĂ€nder liege der Frauenanteil höher als im Westen.
Keine weiblichen FĂŒhrungskrĂ€fte wurden in kommunalen Firmen in Ingolstadt, St. Ingbert, Trier, und Völklingen festgestellt. Gerade bei kleineren StĂ€dten sei aber einschrĂ€nkend zu berĂŒcksichtigen, dass gemÀà der Methodik der Studie nur vergleichsweise wenige Unternehmen hĂ€tten einbezogen werden können. Es gebe aber vergleichbare StĂ€dte mit höherem Frauenanteil, hieĂ es.
