Studie: Gene bestimmen mehr als die HĂ€lfte unserer Lebensdauer
11.02.2026 - 23:39:12Eine neue Studie stellt die bisherige Annahme zum Einfluss der Gene auf den Kopf. Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass unsere DNA weit mehr über unsere Lebenserwartung bestimmt als gedacht – nämlich bis zu 55 Prozent. Die in Science veröffentlichte Analyse hat das Potenzial, die Präventivmedizin zu revolutionieren.
Bisher gingen Wissenschaftler von einem genetischen Anteil von nur 20 bis 25 Prozent aus. Die Neubewertung auf rund 55 Prozent ist ein gewaltiger Sprung. Sie deutet darauf hin, dass unsere genetische Veranlagung den Rahmen für unsere potenzielle Lebensspanne setzt.
Ein neuer Blick auf die „intrinsische Mortalität“
Wie kam das Forschungsteam zu diesem überraschenden Ergebnis? Der Schlüssel lag in der Methodik. Die Wissenschaftler analysierten Daten großer skandinavischer Zwillingsstudien, konzentrierten sich dabei aber ausschließlich auf die „intrinsische Mortalität“.
Das bedeutet: Sie filterten Todesfälle durch Unfälle oder akute Infektionen heraus. Stattdessen betrachteten sie nur jene Ursachen, die aus inneren Körperprozessen resultieren – wie genetische Mutationen oder altersbedingte Krankheiten. So konnten sie den reinen Einfluss der Gene genauer isolieren.
„Dieser Ansatz ist plausibel“, kommentiert Dr. Steve Hoffmann von der Universität Jena. Studien an Tieren hätten schon länger auf einen Erblichkeitswert von etwa 50 Prozent hingedeutet.
Wo die Gene besonders stark mitspielen
Die Studie differenziert auch nach Krankheiten. Sie zeigt: Bei einigen Leiden ist der vererbte Anteil besonders hoch.
* Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden zu einem großen Teil genetisch bestimmt.
* Viele Krebsarten hingegen werden stärker von externen Faktoren wie Rauchen oder Umweltgiften beeinflusst.
Da die Studie Demenz als besonders stark genetisch beeinflusst einstuft, lohnt es sich, schon früh aktiv zu werden. Der kostenlose PDF-Report „Gehirntraining leicht gemacht“ liefert 7 Geheimnisse, 11 alltagstaugliche Übungen und einen kurzen Selbsttest, mit denen Sie Konzentration und Gedächtnis stärken und einem erhöhten Demenz-Risiko entgegenwirken können. Gratis-Report „Gehirntraining leicht gemacht“ anfordern
Diese Unterscheidung ist entscheidend. Sie zeigt, wo polygene Risikoscores – also genetische Risikobewertungen – in der Früherkennung besonders wertvoll sein könnten. Und sie macht klar, bei welchen Krankheiten Lebensstiländerungen den größten Effekt haben.
Bleibt der Lebensstil unwichtig? Keineswegs!
Trotz der starken genetischen Komponente warnen die Forscher davor, den Einfluss des eigenen Verhaltens zu unterschätzen. Die Gene setzen den Rahmen – der Lebensstil füllt ihn aus.
Faktoren wie Ernährung, Bewegung und der Verzicht aufs Rauchen bleiben zentrale Säulen für ein langes, gesundes Leben. Sie sind der Grund, warum sich Lebenserwartungen auch bei ähnlicher genetischer Ausstattung deutlich unterscheiden können. Die Prävention verliert also nicht an Bedeutung, sondern gewinnt eine neue Perspektive.
Ein Paradigmenwechsel für die Altersforschung
Die neuen Zahlen markieren einen signifikanten Wandel. Noch vor wenigen Jahren gingen große Stammbaumstudien von einem genetischen Einfluss von unter zehn Prozent aus. Die aktuelle Studie stärkt nun die Argumentation für große genetische Forschungsprojekte.
„Diese Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage, um die biologischen Signalwege der Langlebigkeit zu finden“, sagt Experte Morten Scheibye-Knudsen von der Universität Kopenhagen. Das Verständnis dieser Mechanismen könnte langfristig zu Therapien führen, die den Alterungsprozess selbst beeinflussen.
Was bedeutet das für die Medizin der Zukunft?
Die Neubewertung wird die personalisierte Medizin vorantreiben. Künftig könnten Ärzte mit Hilfe genetischer Risikprofile Personen identifizieren, die von spezifischen Vorsorgemaßnahmen besonders profitieren.
Das langfristige Ziel ist klar: Nicht nur Risiken vorherzusagen, sondern gezielte Strategien zu entwickeln. Die „guten“ Gene sollen unterstützt, die Auswirkungen der „schlechten“ durch optimierte Lebensweise und Medizin minimiert werden. Die Gene geben die Karte vor – navigieren müssen wir aber immer noch selbst.
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