ROUNDUP, Trump

Trump droht mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten

30.01.2026 - 09:07:52 | dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump droht Öllieferanten Kubas mit Zusatzzöllen, um die Energieversorgung des Karibikstaats zu schwĂ€chen.

Die Zusatzzölle sollen ab dem heutigen Freitag auf Waren erhoben werden können, die aus jenen LĂ€ndern in die Vereinigten Staaten importiert werden, von denen Kuba sein Öl bezieht. Das geht aus einer Verordnung Trumps hervor, die das Weiße Haus veröffentlichte. Der Außenminister des sozialistisch regierten Inselstaats, Bruno RodrĂ­guez, verurteilte in einem Post auf der Plattform X diese "neue Eskalation der USA gegen Kuba" aufs SchĂ€rfste.

Zur Rechtfertigung stĂŒtzten sich die USA auf "eine lange Liste von LĂŒgen, die Kuba als eine Bedrohung darstellen sollen, die es nicht ist", schrieb RodrĂ­guez weiter. "Der einzige bösartige Einfluss ist derjenige, den die US-Regierung auf die Nationen und Völker unseres Amerikas ausĂŒbt in dem Versuch, diese ihrem Diktat zu unterwerfen", hieß es in dem Post unter anderem weiter.

Bei den angedrohten Zusatzzöllen geht es um Produkte aus LĂ€ndern, die direkt oder ĂŒber Drittstaaten und ZwischenhĂ€ndler Rohöl oder Erdölprodukte an Kuba verkaufen. Wie hoch die - bislang noch nicht verhĂ€ngten - Zusatzzölle sind, wurde in der Verordnung nicht genannt. Und welche LĂ€nder die USA konkret ins Visier nehmen werden, will Trump erst noch entscheiden.

Zusatzzölle könnten Kubas Wirtschaft kollabieren lassen

Die seit Jahrzehnten angespannten Beziehungen zwischen Havanna und Washington haben sich seit Trumps Amtsantritt vor einem Jahr nochmals deutlich verschlechtert. Trump wirft der kommunistischen Regierung der Karibikinsel vor, den USA zu schaden - und könnte die ohnehin schon angeschlagene kubanische Wirtschaft mit einem Stopp der Öllieferungen aus dem Ausland faktisch vollends zusammenbrechen lassen.

Der US-PrĂ€sident hatte zuletzt davon gesprochen, dass Kuba kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Nach dem Angriff der USA auf Venezuela - einen wichtigen VerbĂŒndeten Havannas - und der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs NicolĂĄs Maduro bekomme Kuba von dort kein Öl oder Geld mehr. Zudem brachten die USA in den vergangenen Wochen mehrere Öltanker in der Region unter ihre Kontrolle.

Aktuell steckt die autoritĂ€r regierte Karibikinsel in einer ihrer schwersten Wirtschaftskrisen seit der Revolution unter Fidel Castro 1959. Es fehlt an Treibstoff und vielen Waren des tĂ€glichen Bedarfs, viele Kubaner leiden unter Armut. Medienberichten zufolge soll inzwischen auch Mexiko die Öllieferungen nach Kuba auf Druck der USA hin reduziert haben, allerdings gibt es dafĂŒr keine BestĂ€tigung von mexikanischer Seite.

Trump will selbst ĂŒber Zusatzzölle entscheiden

Mehrere US-Ministerien, darunter das Finanz- und das Handelsministerium, sollen nun VorschlĂ€ge fĂŒr konkrete ZollsĂ€tze erarbeiten. Über deren Höhe und die betroffenen LĂ€nder will Trump dann am Ende selbst entscheiden. Vorsichtshalber warnte der US-PrĂ€sident sowohl Kuba als auch andere LĂ€nder schon vor Vergeltungsmaßnahmen - sollten Gegenschritte ergriffen werden, werde er die Verordnung Ă€ndern und vermutlich verschĂ€rfen.

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