Trump verlĂ€ngert Ultimatum fĂŒr Iran zum zweiten Mal
27.03.2026 - 06:35:15 | dpa.de(Neu: Weitere Details)
WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat sein Ultimatum zum Einlenken der iranischen FĂŒhrung im Krieg noch einmal verschoben. Die Frist zur Freigabe der StraĂe von Hormus werde auf Bitte des Irans verlĂ€ngert, bis zum 6. April (US-Ortszeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kĂŒndigte Trump unter Verweis auf "sehr gute" GesprĂ€che an. Allerdings hatte die FĂŒhrung in Teheran zuvor schon erklĂ€rt, dass sie sich ohnehin keinem Ultimatum zu beugen gedenke. Medienberichten zufolge erwĂ€gt die US-Regierung nun die Verlegung 10.000 zusĂ€tzlicher Soldaten in die Konfliktregion.
Eigentlich wÀre die von Trump gesetzte Frist bereits in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit und dann, nach einer ersten VerlÀngerung, am Samstag deutscher Zeit abgelaufen. Der Iran habe aber um eine VerlÀngerung um sieben Tage gebeten, sagte Trump am Donnerstag in einem Interview des Senders Fox News. "Und ich sagte: Ich gebe euch zehn." Die neue Frist endet nach deutscher Zeit nun am 7. April um 2.00 Uhr nachts.
Trump hatte zuvor gedroht, falls der Iran die StraĂe von Hormus nicht vollstĂ€ndig und "ohne Drohungen" fĂŒr den Schiffsverkehr öffnen sollte, werde er iranische Kraftwerke zerstören lassen. Sein spĂ€teres Entgegenkommen begrĂŒndete er damit, dass die iranische Seite mehreren Ăltankern die Durchfahrt durch die Meerenge im Persischen Golf gewĂ€hrt habe.
Eine Meerenge wird zum Brennpunkt der Weltpolitik
Die StraĂe von Hormus, eine fĂŒr den weltweiten Ăl- und Gashandel immens wichtige Transportroute, liegt direkt vor der KĂŒste des Irans. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf die Islamische Republik forderte der Iran Schiffe in der Meerenge per Funk auf, diese nicht zu passieren. Mehrfach wurden Schiffe in der Region attackiert - mit gravierenden Auswirkungen auf den weltweiten Handel mit Gas und Ăl. FĂŒr den Fall von Angriffen auf seine Kraftwerke drohte der Iran mit einer vollstĂ€ndigen SchlieĂung der Meerenge und Angriffen auf Energieanlagen in Golfstaaten.
Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Rund ein FĂŒnftel des weltweiten Ălbedarfs wird durch das an der schmalsten Stelle nur etwa 50 Kilometer breite Nadelöhr transportiert. Der gröĂte Teil geht in Richtung China, Indien und in andere asiatische LĂ€nder. Zudem laufen etwa 20 Prozent des weltweiten FlĂŒssiggashandels durch die Meerenge.
Auch in Deutschland und anderen weit entfernten LĂ€ndern sind die Folgen der Krise lĂ€ngst zu spĂŒren - nicht nur an den Tankstellen. Steigende Kosten fĂŒr Sprit, Transport und DĂŒngemittel könnten auf Dauer auch die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Die Vereinten Nationen befĂŒrchten Hunger- und Gesundheitskrisen, vor allem in LĂ€ndern mit niedrigen Einkommen. In Deutschland rechnen Ăkonomen mit einer deutlich anziehenden Inflation und einem DĂ€mpfer fĂŒr die ohnehin labile Konjunkturerholung - vor allem, wenn der Krieg noch lange andauern sollte.
USA sollen weitere Truppenverlegung erwÀgen
Wie lange er noch andauern wird, ist indes kaum absehbar. WĂ€hrend in israelischen Medien schon darĂŒber spekuliert wurde, dass Trump bereits am Wochenende eine Waffenruhe mit dem Iran verkĂŒnden könnte, scheint sich die US-Regierung anderen Berichten zufolge eher fĂŒr eine weitere Eskalation zu wappnen. Das "Wall Street Journal" und das Portal "Axios" berichteten unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium, erwogen werde die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Soldaten in den Nahen Osten, um Trump mehr Handlungsspielraum - und Druckmittel - in den GesprĂ€chen mit Teheran zu geben.
Laut dem "Wall Street Journal" dĂŒrfte die Einsatztruppe aus Infanteristen bestehen. Demnach sollen sie die rund 5.000 Soldaten vor Ort und Tausende FallschirmjĂ€ger der 82. Luftlandedivision verstĂ€rken, die bereits in die Region beordert wurden. Die Zeitung hĂ€lt es fĂŒr wahrscheinlich, dass die zusĂ€tzlichen KrĂ€fte in direkter NĂ€he zum Iran und der strategisch wichtigen Insel Charg stationiert werden dĂŒrften, ĂŒber die etwa 90 Prozent der iranischen Erdölausfuhren abgewickelt werden.
Das Szenario einer drohenden Bodenoffensive im Iran wĂŒrde mit weiteren US-Soldaten in der Region realistischer, der Druck auf Teheran weiter steigen. Laut "Axios" erarbeitet das Pentagon militĂ€rische Optionen fĂŒr einen "endgĂŒltigen Schlag" gegen den Iran - inklusive dem Einsatz von Bodentruppen und schweren Bombardements. Trump habe noch keine Entscheidung dazu getroffen, sei aber bereit zu eskalieren, falls die GesprĂ€che mit dem Iran nicht bald Ergebnisse bringen sollten.
Rubio vertritt USA bei Treffen der G7-AuĂenminister
Die Chefdiplomaten der G7-Partner wirtschaftsstarker Demokratien ringen heute mit AuĂenminister Marco Rubio als US-Vertreter um eine gemeinsame Linie fĂŒr ein Ende des Iran-Krieges. BundesauĂenminister Johann Wadephul forderte vor den Beratungen in der NĂ€he von Paris, die Vereinigten Staaten mĂŒssten die EuropĂ€er in ihre Planungen einbeziehen. Rubio stellte sich vor seinem Abflug hinter Trumps Kritik, die Nato-VerbĂŒndeten hĂ€tten im Krieg mit Iran keine UnterstĂŒtzung angeboten, als die USA sie darum baten.
Als Reaktion auf die ausgebliebene Hilfe bei der Sicherung der StraĂe von Hormus kritisierte Trump auch Deutschland - und verwies auf die finanzielle und militĂ€rische UnterstĂŒtzung der USA fĂŒr die Ukraine in deren Abwehrkampf gegen Russland. "Die Ukraine ist nicht unser Krieg", sagte der Republikaner wĂ€hrend einer Kabinettssitzung im WeiĂen Haus. Allerdings ging der Ukraine-Krieg vom Angreifer Russland aus und die EuropĂ€er sind als direkte Nachbarn unmittelbar betroffen, wĂ€hrend die USA und Israel den Iran von sich aus und ohne Abstimmung mit ihren europĂ€ischen Partnern angegriffen haben.
Einem "Spiegel"-Bericht zufolge beteiligte sich Deutschland am Donnerstag an ersten Beratungen einer internationalen Koalition, um eine mögliche Mission zur Absicherung der StraĂe von Hormus zu unterstĂŒtzen. Dazu schalteten sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins mehr als 30 Generalstabschefs zu einer Videokonferenz zusammen. FĂŒr die Bundeswehr habe die stellvertretende Generalinspekteurin Nicola Schilling teilgenommen. Bei der Schalte ging es demnach um erste Ideen, wie die Koalition mit einer MilitĂ€rmission im Fall eines Waffenstillstands die sichere Durchfahrt durch die Meerenge absichern könnte.
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