Wandern, Stresshormone

Wandern senkt nachweislich Stresshormone

27.01.2026 - 18:02:13

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass regelmäßiges Wandern den Cortisolspiegel senkt, die mentale Gesundheit stärkt und als kostengünstige Präventionsmaßnahme an Bedeutung gewinnt.

Wandern reduziert messbar das Stresshormon Cortisol und stärkt die mentale Gesundheit. Das belegen aktuelle Studien aus der Medizin- und Stressforschung. Die Bewegung in der Natur wirkt dabei wie eine natürliche Pille gegen die Belastungen des modernen Alltags.

Die Hormon-Forschung: So wirkt die Natur auf den Körper

Chronischer Stress hält den Cortisolspiegel dauerhaft hoch – mit Folgen wie Schlafproblemen oder einem schwächeren Immunsystem. Wandern setzt hier an mehreren Stellen an. Die körperliche Anstrengung baut Stresshormone ab. Gleichzeitig schüttet der Körper mehr Endorphine aus, die die Stimmung heben.

Eine Studie der Universität Michigan zeigt: Schon 20 bis 30 Minuten in einer natürlichen Umgebung senken den Cortisolspiegel signifikant. Dieser Effekt tritt unabhängig vom Fitnesslevel ein. Langfristig macht regelmäßiges Wandern den Körper widerstandsfähiger gegen Alltagsbelastungen.

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Der Kopf schaltet ab: Psychologie des Waldbadens

Neben der Hormon-Reaktion spielt die psychologische Wirkung eine große Rolle. In der Natur gewinnt man Abstand von Alltagssorgen. Die Aufmerksamkeit verlagert sich auf den Weg, die Landschaft und die Geräusche des Waldes. Dieser Effekt ist als „Shinrin-yoku“ oder Waldbaden bekannt.

Forschungen, unter anderem vom Max-Planck-Institut, belegen die Wirkung im Gehirn. Nach einem Spaziergang in der Natur nimmt die Aktivität in stressverarbeitenden Regionen wie der Amygdala ab. Das Naturerlebnis fördert zudem die geistige Klarheit und kann die Kreativität steigern.

Verschreibung: Natur

Die gesundheitlichen Vorteile finden zunehmend Anerkennung. In Japan ist Waldbaden bereits Teil der staatlichen Gesundheitsversorgung. Auch in Europa wird die Wirkung genutzt. Eine österreichische Studie belegt: Eine dreistündige Bergwanderung verbessert Stimmung und Gelassenheit deutlich und reduziert Ängste.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat gemeinsam mit der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport die langfristigen Effekte des Bergwanderns untersucht. Solche Studien liefern die Grundlage, Wandern als kostengünstige Präventionsmaßnahme zu etablieren.

Ein Trend mit Zukunft

Das wachsende Bewusstsein für mentale Gesundheit treibt die Nachfrage nach natürlichen Methoden. Wandern verbindet Bewegung, Natur und Achtsamkeit ideal. Im Vergleich zu Meditation oder Yoga in geschlossenen Räumen bietet es den zusätzlichen Vorteil von frischer Luft und natürlicher Stimulation.

Die positiven Effekte gehen über Stressreduktion hinaus:
* Linderung von depressiven Verstimmungen und Ängsten
* Geringeres Demenzrisiko bei körperlich aktiven Menschen
* Förderung des Wachstums neuer Nervenzellen

Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig. Es ist wahrscheinlich, dass naturbasierte Therapien künftig eine größere Rolle in der Gesundheitsvorsorge spielen. Die „Naturpille“ in Form von regelmäßigen Wanderungen könnte zur evidenzbasierten Empfehlung von Medizinern werden.

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