Studie: HĂŒrden fĂŒr wirksame Umsetzung von Milliarden-Sondervermögens
24.09.2025 - 06:17:34Das gröĂte Problem sei ein ausgeprĂ€gter FachkrĂ€ftemangel, heiĂt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Die Bauwirtschaft brauche Zeit, um die zusĂ€tzlichen KapazitĂ€ten aufzubauen, insbesondere in Planung und Tiefbau - sonst gehe die Nachfrageausweitung in die Preise. Ein "Flaschenhals" sei die lange Dauer von Planungs- und Vergabeverfahren.
Milliarden-Investitionen
Der Bundestag hat ein Gesetz zur Umsetzung des schuldenfinanzierten Sondervermögens ĂŒber 500 Milliarden Euro fĂŒr Infrastruktur und Klimaschutz beschlossen. Das Gesetz muss am Freitag noch den Bundesrat passieren. Aus dem Sondervermögen sollen ĂŒber eine Laufzeit von zwölf Jahren zusĂ€tzliche Investitionen gestemmt werden - um BrĂŒcken und Bahnstrecken zu sanieren, die Energieinfrastruktur und die Digitalisierung auszubauen. AuĂerdem sollen Gelder in KrankenhĂ€user, Forschung und Entwicklung, Sportanlagen, Bauprojekte und die Bildung flieĂen. Von den 500 Milliarden Euro gehen 100 Milliarden Euro in den Klima- und Transformationsfonds - das ist ein Sondertopf des Bundes fĂŒr Projekte im Klimaschutz. 100 Milliarden aus dem Sondervermögen gehen an die LĂ€nder.
Starke Preissteigerungen?
Das Sondervermögen werde fĂŒr eine deutlich höhere Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen sorgen, vor allem im Bau, heiĂt es in der Studie. Ein zu schneller Anstieg der Ausgaben dĂŒrfte zu Preissteigerungen fĂŒhren und das Sondervermögen "entwerten". Bereits in den vergangenen Jahren sei es bei Verkehrsprojekten zu Preissteigerungen gekommen.
EngpÀsse bei FachkrÀften
Besonders groĂ ist laut Studie der Mangel an qualifizierten ArbeitskrĂ€ften in der Bau-Branche. Es gehe zum Beispiel um Bauelektriker, Dachdecker oder um Tiefbau-FachkrĂ€fte, die etwa fĂŒr den StraĂen- und BrĂŒckenbau relevant seien. Es fehlten aber auch FachkrĂ€fte im Gleisbau sowie Architekten, Planer und Ingenieure. Abhilfe schaffen könnte eine gezielte Anwerbung von FachkrĂ€ften aus dem Ausland oder noch mehr Qualifizierung von Arbeitslosen.
Lange Planungsverfahren
Bevor ein Bauvorhaben gestartet werden kann, muss es geplant und genehmigt werden - das aber dauert laut Studie oft Jahrzehnte. Zudem seien Planungs- und Genehmigungsprozess komplex und in den Behörden fehlten KapazitĂ€ten. Planung, Vergabe und Regulierung mĂŒssten deswegen "radikal" vereinfacht werden, sodass man mit den verfĂŒgbaren ArbeitskrĂ€ften auskomme. Ein wirksamer Hebel, damit die ProduktivitĂ€t in der Bauwirtschaft steigt, wĂ€re zudem eine konsequente Digitalisierung von Planen und Bauen.

