Bitcoin, Ruhe

Bitcoin: Ruhe im Depot von Saylor

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 18:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Strategy hĂ€lt 845.050 Bitcoin, kauft jedoch seit zwei Wochen nicht nach. Stattdessen fließen 139 Millionen Dollar in eigene Vorzugsaktien.

Strategy pausiert Bitcoin-KĂ€ufe und setzt stĂ€rker auf RĂŒckkĂ€ufe
Ein minimalistischer, moderner Schreibtisch mit einem Laptop in einem hellen BĂŒro bei natĂŒrlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

GrĂ¶ĂŸter institutioneller Bitcoin-Halter, zweite Woche in Folge ohne einen einzigen Kauf: Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, lĂ€sst seine Kryptoreserve unangetastet. Das ist bemerkenswert fĂŒr eine Firma, die sich ĂŒber Jahre ĂŒber nichts anderes definiert hat als ĂŒber den nĂ€chsten Bitcoin-Kauf.

Laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC verharren die BestÀnde bei 845.050 Bitcoin, aktuell rund 65,7 Milliarden Dollar wert. Das entspricht mehr als vier Prozent der auf 21 Millionen Einheiten begrenzten Gesamtmenge. Bei einem durchschnittlichen Einstandspreis von 75.412 Dollar sitzt Strategy derzeit auf einem Buchgewinn von etwa 2 Milliarden Dollar.

Kapital fließt woanders hin

Bewegung gab es trotzdem — nur nicht bei Bitcoin selbst. Zwischen dem 8. und 13. September kaufte Strategy eigene STRC-Vorzugsaktien im Wert von rund 139 Millionen Dollar zurĂŒck, finanziert aus der USD-Cash-Reserve des Unternehmens. Diese lag zuletzt bei 1,3 Milliarden Dollar, wĂ€hrend die breitere USD-Reserve rund 5,1 Milliarden Dollar umfasst.

AuffĂ€llig ist auch das verĂ€nderte Kommunikationsverhalten des FirmengrĂŒnders. Saylors sonntĂ€gliche Updates zum Bitcoin-Bestand, frĂŒher ein verlĂ€sslicher Vorbote neuer KĂ€ufe, sind seltener geworden. Das passt zu einer strukturellen KursĂ€nderung: Unter dem neuen "Digital Credit Capital Framework" darf die USD-Reserve nur noch fĂŒr Dividenden und Zinszahlungen auf Vorzugsaktien verwendet werden.

Ein RĂŒckkaufprogramm fĂŒr digitale Kreditpapiere wurde vergangene Woche auf 2 Milliarden Dollar aufgestockt, hinzu kommt eine ErmĂ€chtigung, im Rahmen eines Monetarisierungsprogramms bis zu 5 Milliarden Dollar in Bitcoin zu verkaufen, um Reserve, Dividenden und RĂŒckkĂ€ufe zu finanzieren.

Der ganze Sektor steht unter Druck

Strategy ist nicht allein mit dieser vorsichtigeren Gangart. Der Aktienkurs des Unternehmens fiel zuletzt um 4,7 Prozent auf 130,97 Dollar, wĂ€hrend Bitcoin im selben Zeitraum knapp 3,9 Prozent verlor. Die sogenannte enterprise-mNAV-Kennzahl, die den Marktwert ins VerhĂ€ltnis zu den gehaltenen Kryptoreserven setzt, liegt bei Strategy nur noch bei 1,1 — der Kurs ist von seinen HöchststĂ€nden 2025 um rund 71 Prozent gefallen.

Ähnlich sieht es bei anderen bitcoinbasierten Treasury-Firmen aus: Twenty One, Metaplanet, MARA und Bitcoin Standard Treasury Company folgen mit deutlich kleineren BestĂ€nden zwischen rund 30.000 und 43.500 Bitcoin. Ihre Bewertungen haben sich seit den HöchststĂ€nden des vergangenen Jahres spĂŒrbar zusammengezogen.

Insgesamt zĂ€hlt die Bitcoin-Treasury-Datenbank inzwischen 197 börsennotierte Unternehmen, die eine Form von Bitcoin-Akkumulation betreiben — ein Modell, das gerade eine Phase der Konsolidierung durchlĂ€uft, nachdem der große Kaufrausch der vergangenen Jahre abgeflaut ist.

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