Zucker: EU-Kommission senkt ProduktionsschÀtzung
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die europĂ€ische Zuckerwirtschaft blickt mit Sorge auf die anlaufende Verarbeitungskampagne 2026/27. Trockenheit und Hitze haben die Ertragserwartungen in den wichtigsten AnbaulĂ€ndern spĂŒrbar gedĂ€mpft.
Nach SchÀtzungen der EU-Kommission sinkt die europÀische Zuckerproduktion in der Saison 2026/27 deutlich auf 13,418 Millionen Tonnen, nachdem im Wirtschaftsjahr 2025/26 noch 16,579 Millionen Tonnen erzeugt wurden.
Am Terminmarkt schlĂ€gt sich die Gemengelage derzeit in einer abwartenden Haltung nieder. An der ICE schloss der Frontmonat-Kontrakt fĂŒr Rohzucker am vergangenen Freitag bei 18,24 US-Cent je Pfund.
Schwache HektarertrÀge in Deutschland und Frankreich
Besonders in den Kernregionen Westeuropas machen sich die Witterungsbedingungen bemerkbar. In Frankreich rechnet der Erzeuger Tereos mit einem ErtragsrĂŒckgang von 20 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr, womit das Ergebnis 15 Prozent unter dem FĂŒnfjahresdurchschnitt lĂ€ge.
Das Unternehmen fĂŒhrt dies auf die anhaltende Hitze und Trockenheit zurĂŒck. Infolgedessen verkĂŒrzt sich die Kampagnedauer in den acht französischen Werken des Konzerns auf durchschnittlich 100 Tage, verglichen mit rund 130 Tagen im Vorjahr.
Parallel dazu zeichnen die Erhebungen fĂŒr den deutschen Markt ein verhaltenes Bild. Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) prognostizierte am 7. September fĂŒr die Erzeugung des Jahres 2026 ein Volumen von nur knapp 3,4 Millionen Tonnen. Der RĂŒbenertrag liegt mit geschĂ€tzten 71,3 Tonnen je Hektar deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.
Zudem wurde die AnbauflĂ€che auf 300.000 Hektar zurĂŒckgenommen. Immerhin federt die QualitĂ€t einen Teil der Verluste ab: Der Zuckergehalt der RĂŒben liegt mit 17,8 Prozent ĂŒber dem Vorjahreswert. Unterdessen hat bei Nordzucker die Verarbeitung in europĂ€ischen Werken begonnen, wobei der Auftakt in den polnischen Standorten Che?m?a und Opalenica erfolgte.
Angespannte globale Versorgungslage
Die Ernteprobleme in Europa treffen auf eine ohnehin enger werdende weltweite Bilanz. Medienberichten zufolge bezifferte die International Sugar Organization (ISO) den Wandel am Weltmarkt auf einen Wechsel von einem Ăberschuss von 1,1 Millionen Tonnen in der Saison 2025/26 zu einem Defizit von 200.000 Tonnen fĂŒr 2026/27. Die globale Produktion soll demnach um ein Prozent auf 180,1 Millionen Tonnen nachgeben, wobei wetterbedingte Risiken durch das PhĂ€nomen El Niño vor allem Indien und Thailand bedrohen.
Diese internationalen Angebotsrisiken bilden das Umfeld fĂŒr den europĂ€ischen Kampagnestart.
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