Achtsamkeitsmeditation, Studie

Achtsamkeitsmeditation: Studie zeigt unerwartete Nebenwirkungen

11.02.2026 - 20:10:12

Eine neue Studie enthüllt, dass mehr als jeder vierte Meditierende negative psychische Effekte erlebt. Die Forschung fordert personalisierte Ansätze statt pauschaler Empfehlungen.

Achtsamkeitsmeditation kann bei jedem Vierten unangenehme psychische Effekte auslösen. Das zeigt eine neue Studie, die das bisherige Bild der reinen Entspannungstechnik infrage stellt. Mehr als ein Viertel der regelmäßig Praktizierenden berichtet von Angst, Furcht oder emotionalen Verzerrungen.

Die Praxis boomt seit Jahren in Unternehmen, Schulen und Therapien als Mittel gegen Stress. Doch die Forschung zeichnet nun ein komplexeres Bild.

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Die Kehrseite der Stille: Wenn Meditation belastet

Eine Studie im Fachjournal PLOS ONE mit über 1.200 Meditierenden liefert alarmierende Zahlen: 25 Prozent erlebten „besonders unangenehme“ psychische Phänomene. Eine Untersuchung der Brown University geht noch weiter.

  • 58 Prozent der Teilnehmer achtsamkeitsbasierter Programme hatten mindestens eine negative Nebenwirkung.
  • Bei 37 Prozent führten diese zu spürbaren Beeinträchtigungen im Alltag.

Die Bandbreite reicht von Albträumen und Überempfindlichkeit bis zum Wiedererleben traumatischer Erinnerungen. Experten warnen: Für Menschen mit emotionaler Instabilität, Trauma oder Psychose-Anfälligkeit kann die Praxis riskant sein.

Was bringt Meditation wirklich? Die Faktenlage

Zahlreiche Studien belegen die positiven Effekte auf das Stressempfinden. Ein Online-Programm der Universität Bern mit 800 Teilnehmern zeigte eine anhaltende Reduktion. Gleichzeitig wird die Methodik älterer Arbeiten kritisch hinterfragt.

Die große Frage: Lassen sich bei mentalem Training überhaupt echte Placebo-Effekte ausschließen? Die Forschung sucht nun nach präziseren Antworten.

Die Neurowissenschaft revidiert sich

Lange hieß es: Meditation verändert die Gehirnstruktur. Diese populäre Annahme gerät ins Wanken. Eine großangelegte Studie in Science Advances fand keine Beweise für strukturelle Veränderungen durch ein standardisiertes Achtsamkeitstraining.

Belege gibt es aber für funktionelle Anpassungen:
* Geringere Aktivität in der Amygdala, dem Angstzentrum des Gehirns.
* Stärkere Vernetzung mit dem präfrontalen Kortex, was auf bessere Emotionskontrolle hindeutet.

Die Wissenschaft konzentriert sich jetzt auf diese subtilen Veränderungen der Hirnfunktion statt auf grobe anatomische Umbauten.

Cortisol-Senkung: Kein Allheilmittel für alle

Die Senkung des Stresshormons Cortisol ist ein oft genannter Vorteil. Meta-Analysen zeigen jedoch: Dieser Effekt ist nicht allgemeingültig.

Eine messbare Reduktion findet sich vor allem bei Risikogruppen, etwa Menschen mit Vorerkrankungen. Bei gesunden Probanden sind die Effekte in Speicheltests oft gering oder nicht signifikant. Langzeitmessungen im Haar deuten hingegen an, dass mehrmonatiges Training den chronischen Stresslevel senken kann.

Die Zukunft: Personalisierte Praxis statt Pauschalrezept

Die Forschung stellt eine grundlegende Frage neu: Nicht ob Meditation wirkt, sondern was für wen funktioniert. Die Zukunft liegt in der Personalisierung.

Das bedeutet:
* Identifikation von Personen mit höherem Risiko für negative Effekte.
* Entwicklung angepasster, trauma-informierter Programme.
* Verantwortungsvoller Umgang statt undifferenzierter Vermarktung.

Für Anwender heißt das: Auf qualifizierte Lehrer und wissenschaftlich fundierte Kurse achten. Menschen mit psychischen Vorerkrankungen sollten vor Beginn einer intensiven Praxis professionellen Rat einholen. Achtsamkeit ist ein kraftvolles Werkzeug – aber kein harmloses Allheilmittel.

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