Trump verschiebt Angriffe - Iran dementiert GesprÀche
23.03.2026 - 17:56:35 | dpa.de(Aktualisierung: Iranischer ParlamentsprÀsident, mehr Trump.)
WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat seine ultimativ angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben - wegen nach seinen Worten "produktiver GesprĂ€che" mit der Islamischen Republik. UrsprĂŒnglich hatte er Teheran ein harte Frist gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die fĂŒr den internationalen Schiffsverkehr wichtige StraĂe von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Stattdessen will er nun weitere fĂŒnf Tage auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb.
Iran dementiert GesprÀche
Der iranische ParlamentsprĂ€sident Mohammed Bagher Ghalibaf dementierte: Es habe keine Verhandlungen mit den USA gegeben. "Fake News" wĂŒrden genutzt, um die Finanz- und ĂlmĂ€rkte zu manipulieren und dem "Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken". Beide Staaten hatten die Islamische Republik vor drei Wochen angegriffen.
Auch vom AuĂenministerium in Teheran hieĂ es laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna, dass es keine Verhandlungen oder GesprĂ€che mit den USA in den letzten 24 Tagen gegeben habe. Irans Positionen hinsichtlich der StraĂe von Hormus und der Beendigung des Krieges seien unverĂ€ndert.
Trump stellt es anders dar
Trump wies nach eigenen Worten das Verteidigungsministerium an, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen. Er sprach von "detaillierten und konstruktiven GesprÀchen" mit der Islamischen Republik, die in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Die Aussetzung der Angriffe stehe unter dem Vorbehalt des Erfolgs weiterer Treffen und Verhandlungen.
Die USA und der Iran sind sich nach Trumps Darstellung bei rund 15 Punkten einer möglichen Vereinbarung einig geworden. "Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt", sagte der Republikaner vor Reportern in Florida. Es gebe wesentliche Ăbereinstimmungen in den meisten Punkten. Bei den GesprĂ€chen sei von US-Seite der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner dabei. Die beiden hatten im Duo im Gaza-Krieg verhandelt. "Axios"-Reporter Barak Ravid berichtete unter Berufung auf Informationen aus Israel, dass sie mit ParlamentsprĂ€sident Ghalibaf sprechen.
Trump sagte dazu, man verhandle mit einer Person, von der er nach eigenen Angaben glaubt, dass sie die Angesehenste sei. Es handele sich nicht um den neuen obersten FĂŒhrer, Modschtaba Chamenei.
Trump sagte weiter, der Iran wolle unbedingt einen Deal zur Beendigung des Kriegs - und die USA auch. Man werde am heutigen Montag voraussichtlich miteinander telefonieren.
Trump fĂŒhrte auch aus, dass die USA das angereicherte Uran, das sich im Iran befinde, ĂŒbernehmen wollen. Und er zeigte sich zuversichtlich, dass Israel von einem möglichen Deal ebenfalls ĂŒberzeugt sein werde. Die USA und Israel begrĂŒnden ihren Krieg unter anderem mit dem Ziel, den Iran am heimlichen Bau von Atomwaffen hindern zu wollen. Teheran bestreitet solche Absichten.
Trump hatte 48-Stunden-Frist gesetzt
Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump mit seinem Ultimatum zurĂŒckgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein wĂŒrden. Tasnim schrieb, Trump habe sich "vom Druck der FinanzmĂ€rkte" ĂŒberzeugen lassen.
In der Nacht zum Sonntag (MEZ) hatte Trump mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die StraĂe von Hormus vollstĂ€ndig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls wĂŒrden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem gröĂten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Aufatmen an den MĂ€rkten
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrĂŒĂte Trumps Aussagen zu einem vorlĂ€ufigen Verzicht auf angedrohte Angriffe gegen Kraftwerke. "Ich bin dankbar, dass er heute gesagt hat, dass er das noch einmal um fĂŒnf Tage verschiebt und jetzt auch die Möglichkeit fĂŒr unmittelbare und direkte Kontakte mit der iranischen FĂŒhrung eröffnet", sagte Merz in Berlin. "Ich habe ihm angeboten, dass wir in jeder Hinsicht dabei behilflich sind. Wir verfĂŒgen ĂŒber gute Kontakte in die gesamte Region."
Anleger reagierten erleichtert auf die VerlÀngerung des US-Ultimatums. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte eine Kehrtwende hin und sprang daraufhin nach einem Minus am Vormittag deutlich nach oben. Die Gewinne bröckelten dann wieder ab. Am Abend schloss der Leitindex mit 1,2 Prozent im Plus bei knapp 22.654 Punkten.
Der Ălpreis sank klar: Der Preis fĂŒr ein Fass (159 Liter) Rohöl der fĂŒr Europa maĂgeblichen Nordsee-Sorte Brent sackte deutlich ab auf zuletzt rund 102 US-Dollar.
Iran wollte zurĂŒckschlagen
Der Iran hatte seinerseits am Sonntag mit der vollstĂ€ndigen SchlieĂung der Meerenge gedroht, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten. Die StraĂe von Hormus werde erst dann wieder geöffnet, wenn die bereits jetzt zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden ĂŒber den Staatssender Irib mit.
Davor hatte Teheran schon damit gedroht, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den mit den USA verbĂŒndeten Golfstaaten ins Visier zu nehmen. Angesichts des Wassermangels in der Region gehören Entsalzungsanlagen dort zur kritischen Infrastruktur.
Weitere Angriffe
Sowohl im Iran als auch in Israel kam es derweil zu weiteren Angriffen. Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurde eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet. Zuvor hatte das israelische MilitĂ€r auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkĂŒndet.
Wenige Stunden spĂ€ter informierte Israels Armee ĂŒber eine neue Raketensalve, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert worden sei. Die Luftabwehrsysteme seien bereitgemacht worden, um die Geschosse abzufangen, hieĂ es auf Telegram. Anwohner wurden aufgerufen, sich in SchutzrĂ€ume zu begeben.
Die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah-Miliz im Libanon beanspruchte innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel fĂŒr sich. Hisbollah-KĂ€mpfer hĂ€tten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

