ROUNDUP, USA

USA beschlagnahmen Öltanker unter russischer Flagge

07.01.2026 - 15:52:04

Das US-MilitĂ€r hat einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker beschlagnahmt.

Der Zugriff im Nordatlantik sei wegen "VerstĂ¶ĂŸen gegen US-Sanktionen" auf Anordnung eines Bundesgerichts erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-StreitkrĂ€fte (Eucom) mit.

Es handelt sich demnach um den Frachter "Bella-1", der als sanktioniertes Schiff "die Sicherheit und StabilitĂ€t der westlichen HemisphĂ€re bedrohe", wie es hieß. Mit der westlichen HemisphĂ€re ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegender Inseln gemeint. Der Einsatz war demnach mit dem Justizministerium und dem fĂŒr die KĂŒstenwache zustĂ€ndigen Heimatschutzministerium abgestimmt.

Das Frachtschiff wurde mehrere Tage lang von der US-KĂŒstenwache verfolgt. Zuvor hatte es US-Medienberichten zufolge auf dem Weg nach Venezuela den Kurs geĂ€ndert, um einer Durchsuchung zu entgehen. Zu diesem Zweck soll es auch den Namen in "The Marinera" geĂ€ndert haben. Die US-StreitkrĂ€fte nannten diesen Namen nicht. Nach der KursĂ€nderung und verfolgt durch die US-KĂŒstenwache soll die Besatzung auch die russische Flagge auf die Seite des Schiffes gemalt und die Registrierung geĂ€ndert haben.

Bereits vor wenigen Wochen hatte das US-MilitĂ€r zwei andere Öltanker vor der KĂŒste Venezuelas unter seine Kontrolle gebracht. Der Versuch, ein drittes Schiff zu ĂŒbernehmen, scheiterte.

Sanktionen gegen von Russland genutzte Tanker

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte bereits vor dem MilitĂ€reinsatz am Wochenende in Venezuela samt Gefangennahme von PrĂ€sident NicolĂĄs Maduro eine Seeblockade fĂŒr sanktionierte Öltanker angeordnet, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen. Russland wird von den westlichen Alliierten beschuldigt, alte Tanker zu nutzen, um Sanktionen zu umgehen.

Russland soll den Berichten zufolge ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsendet haben. Bevor die Beschlagnahmung des Tankers durch die USA öffentlich wurde, teilte das Außenministerium in Moskau der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, Russland betrachte die außergewöhnliche Situation mit Besorgnis.

Das Schiff befahre derzeit unter der Flagge der Russischen Föderation in Übereinstimmung mit den Normen des internationalen Seerechts die GewĂ€sser des Nordatlantiks. Aus unverstĂ€ndlichen GrĂŒnden schenkten das US-MilitĂ€r und die Nato seinem zivilen Status nicht angemessene erhöhte Aufmerksamkeit, hieß es.

@ dpa.de