ROUNDUP, Deutschland

Deutschland und Nato werben fĂŒr Lösung im Grönland-Konflikt

13.01.2026 - 06:35:01

Deutschland und andere Nato-Staaten werben fĂŒr eine gemeinsame Sicherheitslösung mit den USA fĂŒr die Arktis und Grönland - doch US-PrĂ€sident Donald Trump als mĂ€chtigster BĂŒndnispartner ist unnachgiebig.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte nach einem GesprĂ€ch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Washington, er begrĂŒĂŸe sehr, dass es in dieser Woche GesprĂ€che zwischen der dĂ€nischen Regierung und der US-Regierung ĂŒber Grönland geben werde. Er habe "keinen Zweifel, dass dies in einem freundschaftlichen und partnerschaftlichen Rahmen geschehen wird".

US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt unterstrich am Montag nochmals, Trump habe erklĂ€rt, die USA wollten Grönland kaufen, da er befĂŒrchte, dass es andernfalls letztlich von China oder Russland erworben oder sogar feindlich ĂŒbernommen wĂŒrde. Das wĂ€re weder fĂŒr die USA noch fĂŒr Europa oder Grönland selbst von Vorteil, betonte sie. Es lĂ€ge "nicht nur im besten Interesse der Vereinigten Staaten, sondern möglicherweise auch im besten Interesse Grönlands, Teil der Vereinigten Staaten zu werden", meinte sie.

Rubio will sich in dieser Woche mit seinem Amtskollegen Lars LĂžkke Rasmussen aus DĂ€nemark treffen. Auch die grönlĂ€ndische Außenministerin Vivian Motzfeldt nimmt nach eigenen Angaben an dem Treffen teil. Wann genau es stattfindet, wurde noch nicht offiziell bekanntgegeben. Mehrere US-Senatoren reisen laut dĂ€nischen Medien außerdem zu GesprĂ€chen mit dĂ€nischen und grönlĂ€ndischen Politikern nach Kopenhagen.

Wadephul: Kein Anhaltspunkt fĂŒr US-MilitĂ€raktion gegen Grönland

Der Bundesaußenminister machte nach dem GesprĂ€ch mit Rubio deutlich, dass er nicht mit einer US-MilitĂ€raktion zur Annexion Grönlands rechnet. "Ich habe keinen Anhaltspunkt dafĂŒr, dass das ernsthaft erwogen wird", sagte Wadephul vor Journalisten. "Ich glaube, dass es ein gemeinsames Interesse gibt, dass wir uns um die Sicherheitsfragen, die im arktischen Raum auftreten, kĂŒmmern sollten und kĂŒmmern werden." Zugleich betonte er, wenn es um Angelegenheiten gehe, die Grönland und DĂ€nemark betrĂ€fen, sei es an Grönland und DĂ€nemark, darĂŒber zu entscheiden.

Merz: Sicherheitslage Grönlands gemeinsam mit USA verbessern

Auch Kanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stĂ€rkeren Nato-PrĂ€senz rund um Grönland beteiligen werden. "Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil DĂ€nemarks besser geschĂŒtzt werden muss", sagte er bei seinem Indien-Besuch. "Wir wollen einfach die Sicherheitslage fĂŒr Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen." In welchem Umfang - "das werden die GesprĂ€che der nĂ€chsten Tage und Wochen zeigen", sagte Merz.

Klingbeil: Große Sorge um das transatlantische VerhĂ€ltnis

Vizekanzler Lars Klingbeil machte sich indes "große Sorgen" um das transatlantische VerhĂ€ltnis mit den USA. Die Bundesregierung wolle alle Möglichkeiten nutzen, mit den Partnern im Dialog zu sein, betonte der SPD-Chef vor GesprĂ€chen internationaler Finanzminister in Washington. "Aber wir sehen eben auch, dass die Diskussionen immer schwieriger werden, dass die Differenzen immer grĂ¶ĂŸer werden."

Trump: Nato-Vorstoß Ă€ndert nichts an meiner EinschĂ€tzung

Trump hatte zuvor deutlich gemacht, dass er sich von seinem Besitzanspruch auf Grönland durch VorstĂ¶ĂŸe von Nato-Staaten fĂŒr einen Ausbau der BĂŒndnisprĂ€senz in der Arktis nicht abbringen lĂ€sst. Dass Großbritannien und Deutschland darĂŒber diskutierten, wie die Nato die Arktis besser schĂŒtzen könne, Ă€ndere nichts an seiner EinschĂ€tzung, sagte er. Trump machte klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. "Wir sprechen ĂŒber Erwerb, nicht ĂŒber eine Pacht."

Trump betont immer wieder, dass er die offiziell zum Nato-Partner DĂ€nemark gehörende Insel unter Kontrolle der USA bringen will - zur Not auch auf "die harte Art und Weise". Er verweist auf die strategische Bedeutung der Insel, eine zuletzt angeblich große PrĂ€senz russischer und chinesischer Schiffe in der Region - und auf die BodenschĂ€tze Grönlands.

Nato sucht Ausweg aus Streit um Grönland

Nato-GeneralsekretÀr Mark Rutte sagte am Rande von GesprÀchen in Kroatien, man diskutiere derzeit weitere Schritte, wie man die Arktis gemeinsam sicherer machen könne. Die Nato sei bereits im vergangenen Jahr auf Bitten der alliierten Arktis-Anrainerstaaten USA, Kanada, DÀnemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island aktiver geworden. Wie mögliche Schritte aussehen könnten, sagte Rutte nicht.

Zuvor war bekannt geworden, dass mehrere BĂŒndnisstaaten sich fĂŒr den Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: WĂ€chter der Arktis) ausgesprochen haben. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewĂ€hrleistet werden kann.

Klimawandel verstÀrkt Bedeutung Grönlands

Die grĂ¶ĂŸte Insel der Welt liegt zwischen den USA, Russland und Europa und ragt weit in den Polarkreis hinein. Aufgrund des Klimawandels wird die Arktis zunehmend fĂŒr die zivile und militĂ€rische Schifffahrt interessant. Zudem werden in Grönland auch Vorkommen wichtiger Mineralien, darunter seltene Erden, vermutet. Deren möglicher Abbau gilt aufgrund der klimatischen Bedingungen aber als sehr schwierig.

Die USA haben schon jetzt weitgehende Rechte, die Insel zur eigenen Verteidigung zu nutzen. In Pituffik betreibt das US-MilitĂ€r seit langem einen MilitĂ€rstĂŒtzpunkt fĂŒr Raketenabwehr- und WeltraumĂŒberwachungsmissionen.

@ dpa.de

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