Bundesrat ebnet Weg fĂŒr schĂ€rfere EU-Asylregeln
27.03.2026 - 13:56:13 | dpa.deKernpunkte der Reform, die europaweit ab dem 12. Juni gilt, sind verpflichtende IdentitĂ€tskontrollen bei Ankommenden an den EU-AuĂengrenzen. FĂŒr Menschen aus Herkunftsstaaten mit niedriger Anerkennungsquote sind AsylprĂŒfungen im Grenzverfahren vorgesehen.
Deutschland als Staat mitten in Europa ist von den AuĂengrenzverfahren lediglich mit Blick auf internationale FlughĂ€fen und SeehĂ€fen betroffen. Bei Ablehnung sollen die Asylbewerber gegebenenfalls direkt von dort abgeschoben werden.
Man sei den BundeslÀndern entgegengekommen und habe in einer ProtokollerklÀrung zu dem Beschluss festgehalten, dass das Grenzverfahren als "gemeinsame Aufgabe von Bund und LÀndern angesehen wird", sagte Daniela Ludwig (CSU), parlamentarische StaatssekretÀrin im Bundesinnenministerium.
MaĂnahmen gegen Weiterziehen innerhalb der EU
Verfahren fĂŒr Schutzsuchende, die bereits in einem anderen Mitgliedstaat einen Asylantrag gestellt haben, werden kĂŒrzer. Die Ăberstellung der Asylbewerber in den fĂŒr ihr Verfahren zustĂ€ndigen Staat wird lĂ€nger möglich sein, beispielsweise wenn jemand zwischenzeitlich untertaucht.
Die BundeslĂ€nder können sogenannte SekundĂ€rmigrationszentren mit Aufenthaltspflicht einrichten. Dort sollen Menschen untergebracht werden, die Deutschland verlassen, weil ein anderes EU-Land fĂŒr ihr Verfahren verantwortlich ist.
SolidaritĂ€tsmechanismus soll AuĂengrenzstaaten helfen
Stark belasteten Staaten an den EU-AuĂengrenzen soll kĂŒnftig ein Teil der Asylsuchenden abgenommen werden. Dass Deutschland dieses Jahr ĂŒber diesen SolidaritĂ€tsmechanismus niemanden aufnehmen muss, hĂ€ngt unter anderem damit zusammen, dass in den vergangenen Jahren viele Asylbewerber und KriegsflĂŒchtlinge aus der Ukraine in die Bundesrepublik gekommen waren.
Die GrĂŒnen haben die neuen Regeln als gröĂte AsylrechtsverschĂ€rfung seit 1993 kritisiert. EuropĂ€ische Regeln mĂŒssten zwar umgesetzt werden, die schwarz-rote Koalition habe ihren Ermessensspielraum dabei aber mit ĂŒbermĂ€Ăiger HĂ€rte genutzt. Im Bundesrat hatte es unter anderem Diskussion ĂŒber die Regelungen gegeben, die MinderjĂ€hrige betreffen.
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