DÀnemark, Grönland

DĂ€nemark und Grönland: Verhandeln nicht ĂŒber unsere SouverĂ€nitĂ€t

22.01.2026 - 18:24:20

Im Konflikt mit den USA wollen weder Grönland noch DĂ€nemark ĂŒber Fragen der staatlichen SouverĂ€nitĂ€t verhandeln.

Das haben die dÀnische MinisterprÀsidentin Mette Frederiksen und der grönlÀndische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen am Donnerstag klargestellt.

Zuvor hatte US-PrĂ€sident Donald Trump nach einem Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte von einer Verabredung ĂŒber ein mögliches Abkommen zu Grönland gesprochen. Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach mit der Übernahme der Arktisinsel, die zu DĂ€nemark gehört, gedroht.

"Die Nato ist sich der Position des Königreichs DĂ€nemark voll bewusst", sagte Frederiksen laut einer Mitteilung. "Wir können ĂŒber alles Politische verhandeln: Sicherheit, Investitionen, Ökonomie. Aber wir können nicht ĂŒber unsere SouverĂ€nitĂ€t verhandeln. Ich bin darĂŒber informiert worden, dass das auch nicht der Fall gewesen ist."

Ähnlich Ă€ußerte sich Nielsen am Abend. "Unsere SouverĂ€nitĂ€t ist eine rote Linie", sagte er bei einer Pressekonferenz. "Unsere IntegritĂ€t und unsere Grenzen und das Völkerrecht sind rote Linien, die niemand ĂŒberschreiten darf."

Überraschende EntschĂ€rfung im Grönland-Konflikt

Nach einem GesprĂ€ch mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte Trump seine Drohung mit Strafzöllen gegen Deutschland und andere europĂ€ische LĂ€nder zum 1. Februar am Abend ĂŒberraschend zurĂŒckgenommen. BegrĂŒndet hatte Trump das damit, dass wĂ€hrend des Treffens mit Rutte ein Rahmen fĂŒr eine zukĂŒnftige Vereinbarung ĂŒber Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.

Nach Angaben aus informierten Kreisen soll das Stationierungsabkommen fĂŒr Grönland neu ausgearbeitet werden und das US-Raketenabwehrsystem "Golden Dome" berĂŒcksichtigen, das Trump auf der weltgrĂ¶ĂŸten Insel errichten will. Zudem sollen die USA den Angaben zufolge ein Mitspracherecht bei Investitionsvorhaben aus anderen LĂ€ndern in Grönland erhalten. Außerdem sei ein stĂ€rkeres Engagement der europĂ€ischen Nato-Staaten in der Arktis geplant.

Grönlands Regierungschef Nielsen sagte, er kenne den Inhalt des GesprĂ€chs zwischen Trump und Rutte zwar nicht. Seine Regierung sei aber bereit, vieles "als Partner und auf respektvolle Weise" zu diskutieren - sowohl ĂŒber eine stĂ€rkere militĂ€rische US-PrĂ€senz als auch ĂŒber die grönlĂ€ndischen Rohstoffvorkommen. Man sei sich bewusst, dass die Sicherheit der Arktis wichtig sei und Grönland dabei eine Verantwortung trage. Nielsen sprach sich auch fĂŒr eine permanente Nato-Mission in Grönland aus.

Frederiksen erklĂ€rte, die Sicherheit in der Arktis sei ein Anliegen fĂŒr die ganze Nato. Deshalb sei es gut und natĂŒrlich, dass diese Thema auch zwischen dem Nato-Chef und dem US-PrĂ€sidenten besprochen werden. "DĂ€nemark setzt sich seit langem dafĂŒr ein, dass die Nato ihr Engagement in der Arktis stĂ€rkt." Sie habe selbst mit Rutte vor und nach dessen Treffen mit Trump in Davos gesprochen. Der Nato-Chef habe aber kein Mandat, im Namen von Grönland und DĂ€nemark zu verhandeln.

Frederiksen: Können auch ĂŒber "Golden Dome" sprechen

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, Teil der Diskussion in der Nato ĂŒber einen Kompromiss mit Trump sei, dass DĂ€nemark den USA die SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber kleine Gebiete Grönlands ĂŒbertragen könnte, auf denen diese dann MilitĂ€rstĂŒtzpunkte errichten könnten.

"NatĂŒrlich können nur DĂ€nemark und Grönland selbst Entscheidungen in Fragen treffen, die DĂ€nemark und Grönland betreffen", unterstrich Frederiksen. DĂ€nemark wĂŒnsche sich weiterhin einen "konstruktiven Dialog mit den Alliierten darĂŒber, wie wir die Sicherheit in der Arktis stĂ€rken können - auch ĂŒber den Golden Dome der USA - solange das mit Respekt vor unserer territorialen IntegritĂ€t geschieht."

@ dpa.de

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