Studie: Homeoffice-Kipppunkt liegt bei 60 Prozent
10.02.2026 - 20:15:11Eine neue Langzeitstudie findet den optimalen Mix für hybride Arbeit. Das Fraunhofer IAO und die Techniker Krankenkasse identifizieren einen klaren Kipppunkt bei 60 Prozent Homeoffice. Bis dahin steigt die Produktivität, danach sinkt sie wieder.
Die zweijährige Analyse der Leistungsdaten von rund 11.000 TK-Mitarbeitern liefert erstmals eine datengestützte Orientierung. Sie zeigt: Der persönliche Austausch im Büro bleibt für den Teamerfolg unverzichtbar. Diese Erkenntnisse könnten die Debatte um flexible Arbeitsmodelle nachhaltig prägen.
20 Prozent produktiver bei konzentrierten Aufgaben
Die Studie liefert handfeste Zahlen. Über zwei Jahre analysierten die Forscher objektive Leistungskennzahlen wie bearbeitete Kundenanliegen. Das Ergebnis: Im Homeoffice war die individuelle Produktivität durchschnittlich 20 Prozent höher als im Büro.
Das häusliche Umfeld ermöglicht offenbar eine konzentriertere Abarbeitung von Routineaufgaben. Dieser individuelle Leistungsschub ist ein starkes Argument für Flexibilität. Doch er erzählt nicht die ganze Geschichte.
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Der kritische Punkt: Wenn zu viel Heimarbeit schadet
Das zentrale Ergebnis ist die Identifizierung des 60-Prozent-Kipppunkts. Überschreitet der Homeoffice-Anteil diese Schwelle, sinkt die Gesamtproduktivität des Teams – trotz hoher Einzelleistungen.
Der Grund liegt im fehlenden Austausch. Spontane Abstimmungen, kurze Rückfragen und sozialer Kontakt finden primär im Büro statt. Fehlen diese Interaktionen, entstehen Informationssilos. Die soziale Bindung leidet und beeinträchtigt letztlich auch die Effizienz der Remote-Arbeit.
Das Büro als Drehscheibe für Teamarbeit
Die Studie definiert die Rolle des Büros im hybriden Zeitalter neu. Es wird zur unerlässlichen Drehscheibe für Kollaboration und Innovation.
„Fachlicher Austausch und Zusammenarbeit funktionieren nach wie vor am besten im persönlichen Kontakt“, sagt Karen Walkenhorst, TK-Vorstandsmitglied. Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer IAO ergänzt, dass Präsenzzeit wichtige informelle Kontakte ermöglicht.
Die Herausforderung für Unternehmen: Sie müssen die Bürozeit gezielt für Aktivitäten nutzen, die von persönlicher Begegnung profitieren. Dazu gehören Workshops, komplexe Besprechungen und Teambuilding.
Die Suche nach der perfekten Balance
Die Ergebnisse fügen sich in eine breitere Forschungslandschaft ein. Studien, etwa von Stanford-Ökonom Nicholas Bloom, bestätigen: Hybride Modelle mit zwei bis drei Bürotagen pro Woche schaden der Produktivität nicht und können die Mitarbeiterbindung stark erhöhen.
Die zentrale Botschaft lautet: Ein „One-size-fits-all“‑Ansatz funktioniert nicht. Erfolgreiche Unternehmen gestalten bewusst, investieren in Kollaborationstechnologien und schulen ihre Führungskräfte im Führen verteilter Teams.
Maßgeschneiderte Modelle statt starrer Vorgaben
Die Debatte verschiebt sich vom „ob“ zum „wie“. Die Erkenntnis über den Kipppunkt wird Unternehmen dazu bringen, ihre Regelungen zu verfeinern.
Statt unternehmensweiter Quoten könnten sich team- und aufgabenspezifische Modelle durchsetzen. Die Studie legt nahe, dass ein Anwesenheitsanteil von rund 40 Prozent – etwa zwei Bürotage pro Woche – für viele Teams optimal sein könnte.
Langfristig werden jene Unternehmen erfolgreich sein, die datengestützte Erkenntnisse nutzen, um ihre Arbeitsmodelle kontinuierlich an die Bedürfnisse ihrer Teams anzupassen.
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