ROUNDUP, Vance

JD Vance besucht Budapest - Orban hofft auf Wahlkampfhilfe

07.04.2026 - 07:35:05 | dpa.de

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn erwartet Ungarns MinisterprÀsident Viktor Orban den US-VizeprÀsidenten JD Vance in Budapest.

Der Gast aus Washington will heute Abend bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Orban in einem Budapester Sportzentrum eine Rede halten, deren Thema nach Angaben des Weißen Hauses die "reichhaltige" bilaterale Partnerschaft sein soll. Vor dem gemeinsamen Auftritt wollen Vance und Orban bilaterale GesprĂ€che fĂŒhren.

Von Vances Besuch erhofft Orban sich höhere Chancen fĂŒr einen Wahlsieg. Umfragen signalisieren seit Monaten, dass der Rechtspopulist die Wahl am kommenden Sonntag verlieren könnte.

Es wird erwartet, dass Vance seinem Gastgeber im Namen von US-PrĂ€sident Donald Trump UnterstĂŒtzung bekundet. Denn Orban pflegt seit langem gute Beziehungen zu Trump. Beobachter zweifeln allerdings daran, dass dieser Auftritt wahlentscheidend sein könnte.

Trump hofft, dass Orban die Wahl gewinnt

Zuletzt hatte Trump im MĂ€rz dieses Jahres seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Orban bekundet: "Er (Orban) hat meine völlige und totale Zustimmung", sagte Trump in einer Video-Botschaft an eine Konferenz in Budapest, an der auch Orban teilnahm. "Ich hoffe, dass er (die Wahl) gewinnt, und zwar haushoch", sagte Trump weiter. Orban sei ein "starker FĂŒhrer".

Bereits vor Trumps Wiederwahl zum US-PrĂ€sidenten hatten sich seine Kontakte mit Orban verstĂ€rkt. Zweimal besuchte der Ungar Trump 2024 in dessen privater Residenz in Mar-a-Lago in Florida: Im MĂ€rz rĂŒhmte Orban seinen Gastgeber als "PrĂ€sident des Friedens", der ein baldiges Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine herbeifĂŒhren werde.

Nur wenige Monate spĂ€ter, im Juli 2024, lĂ€utete Orban mit einem weiteren Besuch bei Trump die damals beginnende turnusmĂ€ĂŸige EU-RatsprĂ€sidentschaft seines Landes ein - nur eine Woche nach einem Besuch beim russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin in Moskau. Erneut rĂŒhmte Orban dabei Trump als Friedensstifter.

Orban trotz Misstönen Gefolgsmann Trumps

Einen kleinen Misston brachte allerdings Orbans Visite bei Trump im Weißen Haus im November 2025. Anschließend hatte der ungarische Regierungschef seiner Delegation gesagt, dass sein Land nun im Falle eines "spekulativen oder politischen Angriffs" aus dem Ausland auf "einen amerikanischen Finanzschutzschild zĂ€hlen" könne, wie regierungsnahe ungarische Medien damals berichteten. Tage spĂ€ter nannte Orban in einem Interview auch die Summen, die er aus den USA erhoffe: 10 bis 20 Milliarden US-Dollar oder Euro. Trump erklĂ€rte spĂ€ter, dass er keine Finanzmittel in Höhe von bis zu 20 Milliarden Dollar zugesagt habe. "Nein, ich habe ihm das nicht versprochen, aber er hat sicherlich danach gefragt", sagte er dem Nachrichtenportal "Politico".

Dennoch zeigte sich Orban weiter als Gefolgsmann des US-PrÀsidenten: Als einziger EU-Regierungschef nahm er als Vollmitglied an der ersten Sitzung von Trumps umstrittenem "Friedensrat" (Board of Peace) teil.

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