Deutschland, Russland

AfD-Politiker reisen nach Russland

06.11.2025 - 13:23:34

AfD-Abgeordnete reisen zu einer Konferenz nach Russland. Dabei kommt es vielleicht auch zu einem Treffen mit Ex-PrÀsident Medwedew. Die Bundestagsfraktion spricht davon, GesprÀchskanÀle offenzuhalten.

  • Der AfD-Abgeordnete Steffen KotrĂ© war auch schon in der Talkshow von Moskaus TV-Propagandist Solowjow zugeschaltet. (Archivbild) - Foto: Niklas Graeber/dpa

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  • Auch Sachsens-AfD-Chef Jörg Urban reist mit nach Russland. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa

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  • Ex-PrĂ€sident Dmitri Medwedew drohte auch schon mal mit Raketen auf den Bundestag und das Kanzleramt. (Archivbild) - Foto: Ekaterina Shtukina/Sputnik Pool/AP/dpa

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Der AfD-Abgeordnete Steffen Kotré war auch schon in der Talkshow von Moskaus TV-Propagandist Solowjow zugeschaltet. (Archivbild) - Foto: Niklas Graeber/dpaAuch Sachsens-AfD-Chef Jörg Urban reist mit nach Russland. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpaEx-PrÀsident Dmitri Medwedew drohte auch schon mal mit Raketen auf den Bundestag und das Kanzleramt. (Archivbild) - Foto: Ekaterina Shtukina/Sputnik Pool/AP/dpa

Mehrere bekannte AfD-Politiker wollen in der kommenden Woche zu einer Konferenz nach Russland reisen. Es handelt sich um die Bundestagsabgeordneten Steffen KotrĂ© und Rainer Rothfuß, den sĂ€chsischen Landesparteichef Jörg Urban und wohl auch den Europaabgeordneten Hans Neuhoff.

Die Teilnahme von KotrĂ© und Rothfuß bestĂ€tigte ein AfD-Fraktionssprecher in Berlin. Urbans Teilnahme wurde der Deutschen Presse-Agentur von der sĂ€chsischen AfD-Landtagsfraktion bestĂ€tigt. Neuhoffs Mitreise wurde zunĂ€chst nicht offiziell bestĂ€tigt, aber in Parteikreisen.

Zuvor hatten das ARD-Hauptstadtstudio und das Nachrichtenportal «t-online» ĂŒber den geplanten Besuch der beiden Bundestagsabgeordneten bei der Veranstaltung im Schwarzmeerort Sotschi berichtet, «t-online» zudem ĂŒber eine mögliche Teilnahme Urbans und Neuhoffs. Nach Angaben der sĂ€chsischen AfD-Landtagsfraktion handelt es sich um das «Brics-Europa-Symposium». Daran nehme laut dem Programm auch der frĂŒhere russische PrĂ€sident Dmitri Medwedew teil. 

«Die Russland-Sanktionen schaden unserem Land sehr stark. Sobald die AfD in Regierungsverantwortung ist, werden wir sie abschaffen», sagte Urban zu seiner Teilnahme an dem Besuch. 

GesprÀchsrunde mit Medwedew

Zumindest ein Teil der Delegation plant nach «t-online»-Informationen auch ein Treffen mit Medwedew, der heute Vizechef des russischen Sicherheitsrates ist und in der Moskauer Kommunikation oft die Rolle eines Scharfmachers spielt. Rothfuß sagte dem Portal, er werde am Abend vor der Konferenz an einer Diskussionsrunde mit Medwedew teilnehmen. Die Runde mit ihm sei schon im Vorjahr ein «lohnender Termin» gewesen und habe einen «so differenzierten wie intensiven Blick» ermöglicht.

Kotré sagte der dpa: «Wir nehmen die deutschen Interessen wahr, die die Bundesregierung nicht mehr verfolgt: preiswerte Energielieferungen, Friedensdiplomatie, Kontakte zu Vertretern der Brics-Staaten. Der genaue Ablauf liegt mir noch nicht vor.» Kotré war auch schon einmal in der Talkshow des russischen TV-Propagandisten Wladimir Solowjow aufgetreten. 

Die AbkĂŒrzung Brics steht fĂŒr Brasilien, Russland, Indien, China und SĂŒdafrika - inzwischen gehören der Staatengruppe aber auch weitere LĂ€nder an.

Kontakte der AfD nach Russland sorgen immer wieder fĂŒr Schlagzeilen und Kritik, auch vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Erst am Mittwoch war es im Bundestag zu einer Debatte ĂŒber das VerhĂ€ltnis der AfD zu Russland gekommen. Redner der Koalition und der GrĂŒnen warfen der Partei vor, als Handlanger des Kremls zu agieren.

Verbindungen nach Russland und Kontaktpflege zu Trump

«Die FraktionsfĂŒhrung wertet die Reise als Gelegenheit, in ErgĂ€nzung zu den intensiven politischen Kontakten in die USA auch die GesprĂ€chskanĂ€le nach Russland offenzuhalten», sagte der Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion. Das entspreche der Auffassung der AfD-Fraktion, dass GesprĂ€che mit allen internationalen Beteiligten die Grundlage fĂŒr ein friedliches Zusammenleben seien. Der Fraktionsvorstand habe der Reise zugestimmt, die Kosten trage die Fraktion.

Mehrere AfD-Spitzenpolitiker waren zuletzt in den USA. Die AfD pflegt nach eigenen Angaben Kontakte zur Regierung von PrĂ€sident Donald Trump und den Republikanern. VizeprĂ€sident JD Vance hatte die Partei vor der Bundestagswahl auch demonstrativ unterstĂŒtzt und Weidel am Rande der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz getroffen. Am Mittwoch besuchte Alex Bruesewitz, Social-Media-Berater von Trump, die AfD-Fraktion in Berlin und nahm an einer Diskussionsveranstaltung teil.

@ dpa.de

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