Kommunen wollen Löwenanteil aus Sondervermögen
21.06.2025 - 00:00:00"Das wĂ€ren auf jeden Fall mehr als 60 Prozent, in vielen BundeslĂ€ndern sogar deutlich mehr", so der PrĂ€sident. Die Kommunen hĂ€tten im vergangenen Jahr ein Rekorddefizit von fast 25 Milliarden Euro verkraften mĂŒssen, "und sie schieben einen Investitionsstau von fast 190 Milliarden Euro vor sich her", ergĂ€nzte der Leipziger OberbĂŒrgermeister. "Dahinter stecken Schulen, die nicht saniert werden können, BrĂŒcken, die nicht repariert werden, und Buslinien, die eingestellt werden mĂŒssen." Jung weiter: "Wir brauchen deshalb dringend den Löwenanteil aus dem Sondervermögen - schnell und unkompliziert." Aus der deutschen Wirtschaft kommt unterdessen scharfe Kritik am jĂŒngsten Bund-LĂ€nder-Beschluss, wonach die LĂ€nder auch bereits geplante Investitionsprojekte aus ihrem 100-Milliarden-Euro-Anteil aus dem Infrastruktur-Sondervermögen finanzieren dĂŒrfen. "Bei den geplanten Investitionen aus dem Sondervermögen sind Bund, LĂ€nder und Kommunen in der Pflicht, durchgĂ€ngig zusĂ€tzliche Projekte umzusetzen", sagte DIHK-PrĂ€sident Peter Adrian der "Rheinischen Post". "Es ist gut, dass Bund, LĂ€nder und Kommunen jetzt schnell einen Ausgleich ihrer Interessen erreichen wollen. Von besseren Investitionsanreizen und einer wieder anziehenden Wirtschaft profitieren alle ĂŒber wachstumsbedingte Steuereinnahmen", sagte er. "Wir haben in Deutschland einen enormen Investitionsstau, den wir auflösen mĂŒssen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau sind allein 2024 rund 65 Milliarden Euro an privaten Investitionen ausgeblieben", warnte Adrian. Neues Vertrauen der Unternehmen in die Politik werde die Politik zudem nur mit einer verlĂ€sslichen, schnellen Umsetzung der steuerpolitischen Entlastungen schaffen können. "Die Unternehmen erwarten, dass die angekĂŒndigten Entlastungen jetzt schnell bei ihnen ankommen. Jede Verzögerung oder gar VerwĂ€sserung wĂŒrde den möglichen positiven Effekt wieder verpuffen lassen", so der Chef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). "Auch auslĂ€ndische Investoren werden nicht allein wegen einer befristeten Verbesserung der degressiven Abschreibung nach Deutschland kommen", sagte Adrian und forderte auch deutlich mehr Reformbereitschaft bei Union und SPD mit Blick auch auf das Sozialsystem. "Sie brauchen wie auch die hiesigen Unternehmen langfristig attraktivere Standortbedingungen. Erforderlich sind daher auch echte Reformen in vielen Bereichen, etwa bei der Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung, dem BĂŒrokratieabbau oder bei den Sozialabgaben", sagte Adrian.


