Verfassungsschutz: Knapp an Flugzeugabsturz vorbeigeschrammt
14.10.2024 - 11:22:54Beim womöglich von Russland initiierten Brand eines Luftfrachtpakets ist Deutschland im Juli nach EinschĂ€tzung des Verfassungsschutzes nur knapp einem Flugzeugabsturz entgangen. Es sei nur einem glĂŒcklichen Zufall zu verdanken, dass das Paket noch am Boden im DHL-Logistikzentrum Leipzig und nicht wĂ€hrend des Fluges in Brand geraten sei, sagte Verfassungsschutz-PrĂ€sident Thomas Haldenwang bei einer öffentlichen Befragung der deutschen Geheimdienste im Bundestag. Sonst wĂ€re es zu einem Absturz gekommen. Dieser hĂ€tte womöglich auch Menschen getroffen, die «mit (Russlands PrĂ€sident Wladimir) Putin und seinen Zielen sympathisieren».
Nach dpa-Informationen bestand der glĂŒckliche Zufall darin, dass der Weiterflug des aus dem Baltikum stammenden Frachtpakets sich in Leipzig verzögerte. Das Paket hatte einen Brandsatz enthalten, der dort zĂŒndete und einen Frachtcontainer in Brand setzte. In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass der Vorfall im Zusammenhang mit russischer Sabotage steht.
Das Spitzenpersonal der Geheimdienste warnte bei der Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) des Bundestags die Bevölkerung vor NaivitÀt. Russlands PrÀsident Wladimir Putin habe Deutschland lÀngst zum Feind erklÀrt, betonten die PrÀsidenten der drei Nachrichtendienste.
«Wir beobachten ein aggressives Agieren der russischen Nachrichtendienste», erklÀrte Haldenwang. Besonders Spionage und Sabotage durch russische Akteure hÀtten in Deutschland zugenommen - und zwar «sowohl quantitativ als auch qualitativ».
BND-Chef: Russland bis spĂ€testens 2030 fĂ€hig zu Angriff auf den WestenÂ
Der Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, erklÀrte: «Der Kreml sieht den Westen und damit auch Deutschland als Gegner.» Russland werde spÀtestens ab Ende des Jahrzehnts personell und materiell in der Lage sein zu einem Angriff auf den Westen. «Putin wird rote Linien des Westens austesten», sagt der BND-Chef. Daher seien Geschlossenheit und VerteidigungsfÀhigkeit wichtig. Es sei zu erwarten, dass Moskau vor einer offenen militÀrischen Auseinandersetzung noch versuchen werde, die Nato zu spalten.
Die PrĂ€sidentin des MilitĂ€rischen Abschirmdienstes (MAD), Martina Rosenberg, berichtet von besorgniserregenden AusspĂ€hversuchen fremder Nachrichtendienste gegen die Bundeswehr: «Sei es, um deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine, Ausbildungsvorhaben oder RĂŒstungsprojekte aufzuklĂ€ren oder um durch Sabotagehandlungen das GefĂŒhl der Unsicherheit zu vermitteln.» Der MAD brauche mehr Befugnisse, auch um die Stationierung einer gefechtsbereiten Brigade in Litauen effektiv zu begleiten, verlangt Rosenberg.
Das Bundestagsgremium, das die Arbeit der drei Dienste kontrollieren soll, tagt normalerweise hinter verschlossenen TĂŒren. Der Inhalt seiner Sitzungen ist grundsĂ€tzlich geheim. Lediglich einmal pro Jahr stellen sich die Amtsleitungen öffentlich den Fragen der Abgeordneten.





