Innenpolitik

Empörung in Deutschland ĂŒber Pahlavi-Besuch: 22 Persönlichkeiten und Diaspora-Gruppen warnen vor Legitimierung

21.04.2026 - 17:10:07 | presseportal.de

Berlin - Eine Gruppe von 22 deutschen Persönlichkeiten hat sich gemeinsam mit mehr als zwei Dutzend deutsch-iranischen Gemeinschaften im ganzen Land gegen den geplanten Berlin-Besuch von Reza Pahlavi ausgesprochen und gewarnt, dass Treffen mit deutschen Abgeordneten das Risiko bergen, einer umstrittenen und polarisierenden Figur LegitimitÀt zu verleihen.

Empörung in Deutschland ĂŒber Pahlavi-Besuch: 22 Persönlichkeiten und Diaspora-Gruppen warnen vor Legitimierung - Foto: presseportal.de
Empörung in Deutschland ĂŒber Pahlavi-Besuch: 22 Persönlichkeiten und Diaspora-Gruppen warnen vor Legitimierung - Foto: presseportal.de

Offener Brief: Warnung vor politischer Aufwertung

In einem offenen Brief an die PrĂ€sidentin des Deutschen Bundestages, Julia Klöckner, sowie an die Vorsitzenden der Fraktionen Ă€ußerten die Unterzeichner ihre "ernste Besorgnis ĂŒber den fĂŒr kommenden Donnerstag vorgesehenen Besuch von Reza Pahlavi im Deutschen Bundestag". Zu den 21 Unterzeichnern zĂ€hlen Joachim RĂŒcker, ehemaliger PrĂ€sident des UN-Menschenrechtsrats, sowie Horst Teltschik, langjĂ€hriger Vorsitzender der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz und frĂŒherer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl.

In dem Schreiben wird betont, dass zwar das Ziel eines freien und demokratischen Iran geteilt werde, die Bereitstellung eines Forums fĂŒr Pahlavi jedoch die Gefahr berge, "ein autoritĂ€res politisches Modell zu legitimieren und die echten demokratischen Bestrebungen des iranischen Volkes zu untergraben". Kritisiert wird zudem, dass Pahlavi sich nicht von der Bilanz seines Vaters, Mohammad Reza Shah Pahlavi, distanziert habe und noch im April 2026 erklĂ€rt habe, er sei "stolz" auf dessen VermĂ€chtnis. Dies fördere ein "revisionistisches Narrativ", das die dokumentierte Repression - darunter Einparteiensystem, systematische Folter, politische Verfolgung und umfassende Überwachung durch die Geheimpolizei SAVAK - ausblende.

Kritik an Positionen und politischen Konzepten

Der Brief Ă€ußert ferner Bedenken hinsichtlich Pahlavis Aussagen zu ethnischen Minderheiten. So habe er nach der Bildung eines kurdischen politischen BĂŒndnisses im Februar 2026 entsprechende Bewegungen als "Separatisten" bezeichnet und angedeutet, dass nach einem Regimewechsel das MilitĂ€r mit deren UnterdrĂŒckung beauftragt werden solle. Eine solche Rhetorik, so die Unterzeichner, spiegele die repressive Logik sowohl der frĂŒheren Monarchie als auch der gegenwĂ€rtigen Theokratie wider und werfe ernsthafte Fragen hinsichtlich seines Bekenntnisses zu Pluralismus und Minderheitenrechten auf.

Zudem verweist das Schreiben auf Berichte der Associated Press, wonach im Ausland lebende Iraner Besorgnis ĂŒber angeblich einschĂŒchternde AktivitĂ€ten von Pahlavi-AnhĂ€ngern geĂ€ußert hĂ€tten, die darauf abzielten, abweichende Stimmen innerhalb der Opposition zum Schweigen zu bringen. Kritisiert werden auch Pahlavis wiederholte Aufrufe zu auslĂ€ndischem militĂ€rischem Eingreifen in Iran, die insbesondere angesichts ziviler Opfer schwerwiegende Fragen hinsichtlich SouverĂ€nitĂ€t, Völkerrecht und politischer Verantwortung aufwerfen.

DarĂŒber hinaus Ă€ußern die Unterzeichner Zweifel an von Pahlavi vorgeschlagenen Übergangsmodellen, da diese eine Konzentration von Exekutive, Legislative und Judikative durch Ernennungen unter seiner AutoritĂ€t vorsĂ€hen, anstatt auf demokratischen Wahlen und institutionellem Pluralismus zu beruhen. Auch seine erklĂ€rte Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Teilen des Sicherheitsapparats des bestehenden Regimes, einschließlich der Revolutionsgarden (IRGC), wird kritisch bewertet.

Breite Kritik aus der deutsch-iranischen Diaspora

Parallel dazu Ă€ußerten deutsch-iranische Gemeinschaften im ganzen Land Ă€hnliche Bedenken. In einer gemeinsamen ErklĂ€rung verurteilten mehr als zwei Dutzend Organisationen den geplanten Besuch "scharf" und warnten, dass jede Form der Begegnung deutscher Abgeordneter mit ihm "das Risiko birgt, einer zutiefst spaltenden Persönlichkeit LegitimitĂ€t zu verleihen, die nicht die Bestrebungen des iranischen Volkes reprĂ€sentiert".

Die Gemeinschaften, die ein breites Spektrum der iranischen Diaspora in Deutschland reprĂ€sentieren, erklĂ€rten, dass Pahlavis Positionen im Widerspruch zu den Zielen stehen, "in Iran Demokratie und Menschenrechte zu verwirklichen sowie die VerstĂ€ndigung zwischen den ethnischen Gruppen zu fördern". Insbesondere Vertreter ethnischer Minderheiten - darunter kurdische Organisationen - verwiesen auf historische Erfahrungen und "bittere Erinnerungen" an repressive Maßnahmen unter der Herrschaft seines Vaters und Großvaters.

"Tatsache ist, dass sich Reza Pahlavi nicht von den gut dokumentierten Verbrechen seines Vaters distanziert hat", erklĂ€rte Hossein Yaghoubi, Vorsitzender der Gesellschaft von Deutsch-Iranern (GDI). Er fĂŒgte hinzu: "Selbst die Stadt Berlin hat unmittelbare Erfahrungen mit der Repression seines Vaters gemacht" und verwies auf den Angriff von SAVAK-Agenten am 2. Juni 1967 auf iranische Studentenproteste in Berlin.

Auch Sania Kohansal, Sprecherin des Vereins Junge Stimmen, ĂŒbte scharfe Kritik. "Reza Pahlavi reprĂ€sentiert weder innerhalb noch außerhalb Irans irgendetwas", erklĂ€rte sie. Zudem habe er wiederholt öffentlich ĂŒber Kontakte zu Kommandeuren der Revolutionsgarden gesprochen, und "seine Politik und seine Parolen haben zur Spaltung und Zersplitterung innerhalb der Opposition beigetragen". Viele junge Deutsch-Iraner sĂ€hen daher "keinen Sinn darin, dass Mitglieder des Bundestages sich mit einer solchen Person treffen".

Die Gemeinschaften Ă€ußerten außerdem Empörung darĂŒber, dass Pahlavi wiederholt zu militĂ€rischen Angriffen westlicher Staaten gegen Iran aufgerufen habe. Auch seine Berater hĂ€tten Angriffe auf die Infrastruktur des Landes befĂŒrwortet.

Die Kritik erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen innerhalb der iranischen Diaspora. Vertreter der Gemeinschaften verwiesen auf landesweite Proteste in Iran, darunter die Ereignisse im Januar 2026, bei denen Demonstranten die Parole riefen: "Nieder mit dem UnterdrĂŒcker, ob Schah oder Oberster FĂŒhrer" - ein Ausdruck der Ablehnung sowohl der Monarchie als auch des gegenwĂ€rtigen Systems und der Forderung nach einer demokratischen Republik.

Auch Pahlavis jĂŒngste Besuche in Schweden und Italien seien von iranischen Gemeinschaften sowie zahlreichen Politikern und Gewerkschaften kritisch aufgenommen worden, die betonten, dass seine Einbindung keinen Beitrag zur Förderung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten in Iran leiste.

Pressekontakt:

H. Ghiassi-Maasser
Vorsitzender Union Exil-Iranischer Gemeinschaften in Deutschland
Email: info.gdi.iran@gmail.com

Original-Content von: UnabhĂ€ngige HumanitĂ€re Hilfe e.V. (UNHH e.V.) ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5f8534

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69230592 |