Russland, Energie BMWE schlieĂt Neustart der Nord-Stream-2-Zertifizierung nicht aus
15.10.2025 - 09:09:30
Das Bundeswirtschaftsministerium hĂ€lt einen Neustart des Zertifizierungsverfahrens fĂŒr die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 fĂŒr möglich.
"GrundsĂ€tzlich kann eine Wiederaufnahme des ruhenden Verfahrens aus Sicht des BMWE mittelfristig nicht ausgeschlossen werden", schreibt das Ministerium in einer Antwort an die Deutsche Umwelthilfe (DUH), aus der der Fachdienst "Tagesspiegel Background" zitiert. Dazu mĂŒsse die Antragstellerin - gemeint ist die Nord Stream 2 AG - die GrĂŒnde fĂŒr die Aussetzung des Verfahrens beheben.
Eine Zertifizierung des Bundes ist die rechtliche Voraussetzung fĂŒr die Inbetriebnahme. Das Zertifizierungsverfahren auf Antrag der Nord Stream 2 AG mit Sitz in der Schweiz war am 16. November 2021 vorlĂ€ufig ausgesetzt worden.
Vor einer Wiederaufnahme mĂŒsste das Unternehmen laut BMWE "die formellen Voraussetzungen des Energiewirtschaftsgesetzes an einen UnabhĂ€ngigen Transportnetzbetreiber" erfĂŒllen.
"Das Verfahren bleibt so lange ausgesetzt, bis die Antragstellerin das deutsche TeilstĂŒck der Pipeline auf eine inlĂ€ndische Gesellschaft ĂŒbertrĂ€gt und durch diese betreiben lĂ€sst." Vor einer Zertifizierung wĂ€re zudem eine Sicherheitsbewertung und UnbedenklichkeitserklĂ€rung des BMWE erforderlich.
Die EU hat in ihrem 18. Sanktionspaket am 18. Juli ein vollstĂ€ndiges "Transaktionsverbot" fĂŒr Nord Stream 2 verhĂ€ngt, um jede kĂŒnftige Nutzung der Pipeline auszuschlieĂen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj am 28. Mai zu, er werde sich gegen eine Inbetriebnahme der Pipeline einsetzen. Einer der beiden Nord-Stream-2-StrĂ€nge blieb bei den SprengstoffanschlĂ€gen am 26. September 2022 unbeschĂ€digt und kann russisches Erdgas nach Deutschland transportieren.