Zufriedenheit mit eigenen Schulen: Ein LĂ€ndervergleich
19.09.2023 - 09:59:47Die Bayern sind mit ihren eigenen Schulen sehr viel zufriedener als die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Die beiden gröĂten BundeslĂ€nder sind die Extremwerte in einer veröffentlichten Studie des MĂŒnchner Ifo-Instituts. Dabei gaben 41 Prozent der Bayern ihrem eigenen System die Noten 1 oder 2, in NRW waren es nur 20.
Auch Baden-WĂŒrttemberg schnitt mit 30 Prozent guten Noten besser als der deutsche Durchschnitt von 27 Prozent ab. Die anderen BundeslĂ€nder wurden vom Ifo aus statistischen GrĂŒnden nur als Regionen gebĂŒndelt ausgewertet. Die Ergebnisse liegen mit Werten zwischen 24 und 26 Prozent guten Noten sehr nah beisammen.
Lehrermangel, SchulgebÀude, Corona-Folgen
Bei den Detailfragen nach den Problemfeldern Lehrermangel, unzureichend sanierte SchulgebĂ€ude und LernrĂŒckstĂ€nde durch Corona schnitt Bayern jedes Mal noch am besten ab. Selbst dort halten aber 74 Prozent den Lehrermangel fĂŒr ein ernsthaftes oder sehr ernsthaftes Problem. Bundesweit sind es 77 Prozent, in der Region Mitte-Ost aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen sogar 82 Prozent.
Unzureichend sanierte SchulgebĂ€ude halten in NRW mit 66 Prozent die meisten Befragten fĂŒr ein mindestens ernsthaftes Problem. Bundesweit waren es 58, in Bayern nur 47 Prozent. LernrĂŒckstĂ€nde durch Corona werden in der Region Mitte-West aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit 65 Prozent am hĂ€ufigsten als ernsthaftes oder sehr ernsthaftes Problem gesehen. Bundesdurchschnitt sind 61 Prozent, in Bayern waren es 57 Prozent.
Zufriedenheit seit 2014 deutlich gesunken
Die LÀndervergleichsdaten aus dem Bildungsbarometer wurden erstmals veröffentlicht. Bereits Ende August hatte das Ifo die bundesweite Auswertung herausgegeben. Ihr zufolge ist die Zufriedenheit seit dem Jahr 2014 insgesamt deutlich gesunken. Bei der reprÀsentativen Umfrage mit 5636 Erwachsenen im Zeitraum von 17. Mai bis 5. Juni hatten unter anderem bundesweit 79 Prozent gesagt, die QualitÀt der Schulbildung habe sich in der Corona-Pandemie verschlechtert.
In allen BundeslĂ€ndern spielt die Bildungspolitik zudem fĂŒr die nĂ€chste Landtagswahl eine wichtige Rolle fĂŒr die Befragten. Im Schnitt ist sie fĂŒr 78 Prozent sehr oder eher wichtig. Am hĂ€ufigsten mit 84 und 83 Prozent in den zwei Gruppen der östlichen BundeslĂ€nder, am seltensten im Nord-Westen mit 72 und Bayern mit 78 Prozent.
Mehrheit: Bildung sollte nicht mehr LĂ€ndersache sein
Deutschlandweit war in der Umfrage eine Mehrheit von 53 Prozent sehr oder eher dafĂŒr, das Grundgesetz so zu Ă€ndern, dass schul- und bildungspolitische Entscheidungen von der Bundesregierung und nicht mehr von den LĂ€ndern getroffen werden, 29 Prozent waren eher oder sehr dagegen. Am klarsten befĂŒrwortet wurde dies im Nordosten mit 61 Prozent Zustimmung und 25 Prozent Ablehnung. Selbst in Bayern, am anderen Ende der Skala, ĂŒberwog die Zustimmung mit 44 zu 41 Prozent noch knapp.


