Justiz, KriminalitÀt

Anteil nichtdeutscher HĂ€ftlinge steigt auf 45 Prozent

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Der Anteil an HĂ€ftlingen ohne deutsche StaatsbĂŒrgerschaft ist erneut gestiegen.

Anteil nichtdeutscher HĂ€ftlinge steigt auf 45 Prozent
Justizvollzugsbeamter (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das zeigt eine Auswertung der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Freitagausgabe), die sich auf Daten aller 16 Justizminister bezieht. 2026 sitzen demnach mehr als 27.000 auslĂ€ndische Inhaftierte in deutschen GefĂ€ngnissen.

Damit machen auslĂ€ndische Inhaftierte mittlerweile 44,8 Prozent aller GefĂ€ngnisinsassen (inklusive Untersuchungshaft) aus. Nach Daten der BundeslĂ€nder befanden sich zum Stichtag im MĂ€rz 2026 insgesamt 60.408 Menschen in Haft. Menschen mit deutscher sowie auslĂ€ndischer StaatsbĂŒrgerschaft (doppelter StaatsbĂŒrgerschaft) werden in der Statistik als Deutsche gezĂ€hlt.

Der Anteil auslÀndischer und staatenloser Gefangener steigt seit Jahren tendenziell an. Noch 2015 lag er bei etwas mehr als 30 Prozent.

Regional gibt es starke Unterschiede: In Bayern, Baden-WĂŒrttemberg und Hessen liegt der AuslĂ€nderanteil in den Haftanstalten bereits bei ĂŒber 50 Prozent. Prozentual sitzen die meisten nichtdeutschen HĂ€ftlinge in den Stadtstaaten Hamburg (57,95 Prozent) und Berlin (58,9 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern (25,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (23,69 Prozent) und ThĂŒringen (23,24 Prozent) hat hingegen nur jeder Vierte keinen deutschen Pass.

Der Bund der Strafvollzugsbediensteten (BSBD) warnt angesichts der Entwicklung vor einer Überforderung der Anstalten. "Die Sprachbarrieren sind ein großes Problem", sagte der Bundesvorsitzende RenĂ© MĂŒller der Zeitung. Die Kollegen könnten kaum noch resozialisieren und wĂŒrden immer schlechter zu den Insassen vordringen, so MĂŒller weiter. Auch das Aggressionspotenzial nehme infolge der VerstĂ€ndigungsprobleme weiter zu.

Dazu steige das Risiko, dass sich Subkulturen bildeten und MĂ€nner muslimischen Glaubens sich im GefĂ€ngnis radikalisieren, sagte der BSBD-Vorsitzende. "Wir brauchen dringend mehr Personal, um Situationen besser im Blick behalten zu können - und Gruppen auch zu separieren", so MĂŒller weiter. Es dĂŒrfe nicht sein, dass manche HĂ€ftlinge bei Entlassung krimineller sind als bei Haftantritt.

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