Mehrheit fĂŒr mehr ZurĂŒckweisungen an den Grenzen
29.01.2025 - 17:51:31 | dpa.de
Der Bundestag hat sich fĂŒr mehr ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag der CDU/CSU-Fraktion fand eine Mehrheit, wie die Sitzungsleiterin Katrin Göring-Eckardt mitteilte. Ein zweiter Antrag der Union mit umfassenden ReformvorschlĂ€gen fĂŒr eine restriktive Migrationspolitik und zusĂ€tzliche Befugnisse der Sicherheitsbehörden wurde mehrheitlich abgelehnt.Â
Der erste Antrag fĂŒr mehr ZurĂŒckweisungen erhielt 348 Ja-Stimmen, 345 Nein-Stimmen, 10 Abgeordnete enthielten sich. In der Debatte hatten sich Abgeordnete von Union, FDP und AfD sowie einige fraktionslose Abgeordnete fĂŒr den Vorschlag ausgesprochen. Das BSW kĂŒndigte an, man werde sich enthalten. SPD, GrĂŒne und Linke positionierten sich dagegen.
Der zweite Antrag fĂŒr weitreichende Reformen bekam 190 Ja-Stimmen, 509 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen. In der Debatte hatten sich Abgeordnete von SPD, GrĂŒnen, Linke, BSW, AfD und FDP gegen den Vorschlag der CDU/CSU-Fraktion ausgesprochen.Â
Was im ersten Antrag stehtÂ
In dem ersten Antrag heiĂt es: «Es gilt ein faktisches Einreiseverbot fĂŒr Personen, die keine gĂŒltigen Einreisedokumente besitzen und die nicht unter die europĂ€ische FreizĂŒgigkeit fallen.» Dies soll ausdrĂŒcklich auch fĂŒr Menschen gelten, die in Deutschland einen Asylantrag stellen wollen. Wer vollziehbar ausreisepflichtig ist, soll in Haft genommen werden. Vorgesehen ist zudem eine gröĂere Rolle der Bundespolizei bei RĂŒckfĂŒhrungen.Â
Ausreisepflichtige StraftĂ€ter und GefĂ€hrder sollen unbefristet so lange in Arrest kommen bis sie freiwillig ausreisen oder die Abschiebung vollzogen werden kann. Gefordert werden auch dauerhafte Grenzkontrollen. Allerdings gibt es seit einigen Monaten auf Anordnung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ohnehin stationĂ€re Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen.Â
Was im zweiten Antrag steht
In dem Unionsantrag heiĂt es: «Wenn Menschen, die bei uns zu Gast sind und Hilfe in Anspruch nehmen, straffĂ€llig werden oder Konflikte auf deutschem Boden austragen, muss ihr Aufenthalt beendet werden.» Die Befugnisse zur elektronischen Gesichtserkennung sollen ausgeweitet werden - auch an Bahnhöfen und FlughĂ€fen. Telekommunikationsunternehmen sollen zur Speicherung von IP-Adressen verpflichtet werden, mit denen sich GerĂ€te im Internet identifizieren lassen. Der Familiennachzug zu subsidiĂ€r Schutzberechtigten, hĂ€ufig BĂŒrgerkriegsflĂŒchtlinge, sowie alle freiwilligen Aufnahmeprogramme sollen gestoppt werden. Die EinsatzkrĂ€fte an den deutschen Grenzen sollen personell verstĂ€rkt werden.
Die FDP hatte bereits im Vorfeld erklĂ€rt, sie werde dem Antrag wegen der darin enthaltenen VorschlĂ€ge zur Vorratsdatenspeicherung nicht zustimmen. Bei der Vorratsdatenspeicherung wĂŒrden Anbieter gesetzlich verpflichtet, die Telefon- und Internetverbindungsdaten der Nutzer zu sichern, so dass Ermittler spĂ€ter darauf zugreifen können.
Empörung bei SPD und GrĂŒnen
Die CDU/CSU hatte mit ihrer Initiative Empörung bei SPD und GrĂŒnen ausgelöst, weil absehbar war, dass die PlĂ€ne nur mit Stimmen der AfD eine Mehrheit finden könnten. Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) hatte ĂŒber die Vorhaben gesagt: «Und wir werden sie einbringen, unabhĂ€ngig davon, wer ihnen zustimmt», hatte der Unionsfraktionschef betont.Â
Unmittelbarer Auslöser der Unions-VorstöĂe war eine Bluttat in Aschaffenburg. Ein offenbar psychisch kranker Mann aus Afghanistan soll am Mittwoch vergangener Woche einen zweijĂ€hrigen Jungen mit marokkanischen Wurzeln aus einer Kindergartengruppe mit einem Messer getötet. Ein 41 Jahre alter Familienvater, der sich zwischen Angreifer und Kinder stellte, starb ebenfalls. Weitere Menschen wurden schwer verletzt, darunter ein zwei Jahre altes MĂ€dchen syrischer Abstammung. Der 28 Jahre alte mutmaĂliche Angreifer war ausreisepflichtig, er befindet sich in einer psychiatrischen Einrichtung. Der Tat ging eine Reihe anderer Attacken voraus, bei denen ebenfalls AuslĂ€nder unter Tatverdacht stehen.
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