FDP, VerschÀrfungen

FDP will weitreichende VerschĂ€rfungen beim BĂŒrgergeld

29.07.2024 - 12:29:33

Der CDU-GeneralsekretĂ€r will, dass Arbeitsunwilligen das BĂŒrgergeld gestrichen wird. Er bekommt fĂŒr seine Position UnterstĂŒtzung - aus der Regierungskoalition.

In der Debatte um das BĂŒrgergeld pocht die FDP auf grundlegende Reformen. FDP-GeneralsekretĂ€rs Bijan Djir-Sarai wies auf die geplanten VerschĂ€rfungen hin, die die Ampel-Koalition im Zuge des kommenden Bundeshaushalts und eines Wachstumspakets bereits anpeilt. Djir-Sarai sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Das reicht nicht. Wir wollen weitere Reformen beim BĂŒrgergeld.» Leistung solle sich erstens wieder mehr lohnen. Zweitens sollten sich die Sozialausgaben des Staates wieder mehr auf die konzentrieren, «die tatsĂ€chlich UnterstĂŒtzung benötigen».

Die CDU sei bei dem Thema unentschlossen und habe keine klare Linie, sagte der FDP-GeneralsekretĂ€r weiter. Bei den Christdemokraten wĂŒrden die Reformideen von GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann kritisiert und bereits wieder einkassiert. «Wem Leistungsgerechtigkeit am Herzen liegt, sollte sich also nicht auf die CDU verlassen», sagte Djir-Sarai.

Linnemann will Entzug von BĂŒrgergeld

CDU-GeneralsekretĂ€r Linnemann hatte gefordert, mutmaßlich arbeitsunwilligen BĂŒrgergeld-Beziehenden die Grundsicherung komplett zu streichen. Umgehende Kritik an Linnemanns Forderung kam vom Vize-Vorsitzenden der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian BĂ€umler. «Wer fĂŒr die Jobcenter nicht erreichbar ist, hat hĂ€ufig psychisch Probleme.» Menschen in Deutschland dem Hunger auszusetzen, sei mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar, sagte der CDU-Sozialpolitiker. 

Vor dem Hintergrund gestiegener Ausgaben fĂŒr das BĂŒrgergeld hatte die Bundesregierung bereits RegelverschĂ€rfungen angekĂŒndigt, um mehr EmpfĂ€ngerinnen und EmpfĂ€nger zur Aufnahme einer Arbeit zu bewegen. Die im Rahmen der geplanten Wachstumsinitiative vorgesehenen Schritte sollen «noch mehr Anreize fĂŒr die Aufnahme einer BeschĂ€ftigung» geben, so das Bundespresseamt, nachdem das Kabinett ein entsprechendes Konzept beschlossen hatte. 

Unter anderem soll kĂŒnftig ein lĂ€ngerer Weg zur Arbeit zumutbar sein, das Ablehnen einer zumutbaren Arbeit mit erhöhten LeistungskĂŒrzungen geahndet werden und auch Schwarzarbeit zu KĂŒrzungen fĂŒhren. Gesetzliche Anpassungen sollen gemeinsam mit dem Haushaltsgesetz oder spĂ€ter im zweiten Halbjahr 2024 im Kabinett beschlossen werden.

@ dpa.de