Sportgericht bestÀtigt Ausschluss von Ukrainer bei Olympia
13.02.2026 - 17:36:12In einem Eilverfahren ist der Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Rennen durch den Internationalen Sportgerichtshof Cas bestĂ€tigt worden. Die Ad-hoc-Kommission wies den Einspruch des 27-JĂ€hrigen gegen die Entscheidung des Weltverbands IBSF zurĂŒck. Dieser hatte Heraskewytsch wegen seines vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verbotenen Helms mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen disqualifiziert. Der Skeleton-Fahrer wird damit auch nicht nachtrĂ€glich noch wieder zum Wettbewerb zugelassen.Â
In der BegrĂŒndung des Cas hieĂ es, das Gericht sei der Ansicht, dass die IOC-Richtlinien «ein angemessenes Gleichgewicht herstellen zwischen dem Interesse der Athleten, ihre Meinung zu Ă€uĂern, und ihrem Interesse, ungeteilte Aufmerksamkeit fĂŒr ihre sportlichen Leistungen an der WettkampfstĂ€tte zu erhalten.» An diese Regeln sei auch der Cas gebunden.
Heraskewytsch hatte sich am Donnerstag vor dem Start des ersten Durchgangs in Cortina d'Ampezzo geweigert, auf das Tragen seines Gedenk-Helms zu verzichten. Auf dem Kopfschutz sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen AnschlÀgen ums Leben gekommen sind. Das IOC hatte dem Ukrainer die Erlaubnis verweigert, mit dem Helm seinen Wettkampf zu bestreiten. Auf dieser Basis hatte ihn die IBSF ausgeschlossen.
Skeleton-Pilot: «Ich bereue nichts»
Daraufhin zog Heraskewytsch vor den Cas, der bei den Winterspielen in Mailand eine AuĂenstelle fĂŒr olympische Eilverfahren unterhĂ€lt. Er argumentierte, es habe bereits Ă€hnliche FĂ€lle bei Olympia ohne drastische Sanktionen gegeben, und sieht keinen Regelbruch. Das IOC untersagt politische Botschaften wĂ€hrend der WettkĂ€mpfe und hatte den Ukrainer mehrfach aufgefordert, einen anderen Helm zu verwenden.
«Von Tag eins an habe ich gesagt, dass ich glaube, dass ich im Recht bin», erklĂ€rte Heraskewytsch nach einer knapp dreistĂŒndigen Anhörung vor der Cas-Schiedsrichterin, der deutschen RechtsanwĂ€ltin Annett Rombach. UmhĂŒllt von einer ukrainischen Flagge beteuerte Heraskewytsch: «Ich bereue nichts.»
IOC-Chefin beharrt auf Richtlinien
IOC-PrÀsidentin Kirsty Coventry hatte in letzter Minute an der Olympia-Bahn noch versucht, den Athleten vom Tragen des Kopfschutzes wÀhrend seiner Rennen abzuhalten. Heraskewytsch habe die Position des IOC verstanden, sei aber seiner Sache sehr verpflichtet. «Leider Àndert das nicht die Regeln», sagte Coventry wenige Stunden vor der Cas-Entscheidung.
Sie verwies darauf, dass der Regelrahmen fĂŒr MeinungsĂ€uĂerungen bei Olympischen Spielen auch von zahlreichen Vertretern der Athletengemeinde mit entwickelt worden und bekrĂ€ftigte: «Ich halte diese Richtlinien fĂŒr sehr gut.»
Ukrainische Sportler und Politiker kritisierten den Ausschluss von Heraskewytsch scharf. PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj dankte dem Skeleton-Piloten fĂŒr seine klare Haltung und verlieh dem Sportler den Orden der Freiheit, die zweithöchste Auszeichnung des Landes.Â
Heraskewytsch gehörte bei Olympia nicht zu den Topfavoriten. Ohne ihn waren am Donnerstag schon die ersten beide LĂ€ufe gestartet worden, die Medaillenentscheidung mit den LĂ€ufen drei und vier war fĂŒr Freitagabend angesetzt.
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