Omid Nouripour (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Es gebe in Deutschland viele bekannte Leute aus der Kunst- und Kulturszene und der Zivilgesellschaft, die aus dem Iran fliehen mussten. Es gebe Regisseure, die die Goldene Palme oder einen Oscar gewonnen hĂ€tten. "Was hĂ€lt die Bundesregierung davon ab, sich mit denen zu zeigen und sie zu fragen, wie es ihnen geht?" Zudem forderte Nouripour die Bundesregierung auf, einen bundesweiten Abschiebestopp fĂŒr iranische GeflĂŒchtete zu beschlieĂen.
Nouripour forderte auch mehr Engagement der deutschen Zivilgesellschaft. "Frustriert" sei er, dass "jede einzelne Demo rein von Exiliranern organisiert worden ist", sagte Nouripour. "Ich kenne aus der Vergangenheit andere SolidaritÀtswellen, auch aus der Breite des demokratischen Spektrums."
Nouripour ist seit MĂ€rz 2025 VizeprĂ€sident des Deutschen Bundestags, zuvor war er gemeinsam mit Ricarda Lang Bundesvorsitzender der GrĂŒnen. Er ist in Teheran geboren, seine Familie kam nach Frankfurt am Main, als er 13 Jahre alt war. Einer seiner Onkel ist vom Regime ermordet worden. "Hassan war 17 Jahre alt, hatte Flyer verteilt. Er ist vom Regime hingerichtet worden", sagte Nouripour der "taz". Er ist deutscher und iranischer StaatsbĂŒrger. Den iranischen Pass kann man nicht abgeben.