Studie: Klima-Investitionen durch Umlenken von Geldern
15.10.2024 - 10:01:35   Der GroĂteil der fĂŒr ein klimaneutrales Deutschland notwendigen Investitionen lĂ€sst sich laut einer Studie durch das Umlenken von Ausgaben fĂŒr fossile Technologien hin zu klimaneutralen Alternativen mobilisieren. Der Gesamtbedarf an Investitionen - also ohnehin benötigte Investitionen und zusĂ€tzliche fĂŒr den Klimaschutz - betrĂ€gt ab dem kommenden Jahr bis 2045 jĂ€hrlich durchschnittlich 540 Milliarden Euro, wie eine Studie im Auftrag mehrerer Agora-Denkfabriken errechnete.
Rund drei Viertel dieser Investitionen wĂŒrden demnach auch ohne den Ăbergang zur KlimaneutralitĂ€t anfallen. Sie seien «fĂŒr den Erhalt und die Erneuerung insbesondere von GebĂ€uden, Industrieanlagen und Verkehrsmitteln» nötig, teilten die Denkfabriken mit. «Hier gilt es, Finanzströme durch Preisanreize und Marktregulierung auf klimaneutrale Lösungen umzulenken», heiĂt es in der Studie.
Nur ein Viertel der Summe entfalle auf sogenannte Klimaschutzinvestitionen. «Das sind Mehrausgaben fĂŒr die Anschaffung klimaneutraler Technologien im Vergleich zu fossilen Referenztechnologien â zum Beispiel der höhere Anschaffungspreis einer WĂ€rmepumpe im Vergleich zu einer Gasheizung», erklĂ€rten die Autorinnen und Autoren.
Die höheren Investitionen bedeuteten auch nicht immer Mehrkosten ĂŒber den gesamten Lebenszyklus hinweg. «So sind zum Beispiel viele Elektroautos trotz aktuell höherer Anschaffungskosten aufgrund der geringeren Betriebskosten ĂŒber die gesamte Lebenszeit bereits heute gĂŒnstiger als Benzin- und Dieselfahrzeuge.»
Studie empfiehlt Mix verschiedener Instrumente
2045 soll Deutschland klimaneutral sein - also nicht mehr Treibhausgase ausstoĂen als auch wieder gebunden werden können. Die Studie sieht in einem Szenario etwa eine «stĂ€rker sozial gestaffelte Förderung zur GebĂ€udesanierung» und den Ausbau der Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs vor.
Um notwendige Investitionen zu mobilisieren, empfiehlt die Studie verschiedene Instrumente: Preisbasierte Anreize wie die CO2-Bepreisung verteuerten fossile Energien und machten klimafreundliche Technologien attraktiver. Marktregulierung erlaube es, schĂ€dliche Technologien einzuschrĂ€nken. «Finanzielle Förderung stellt sicher, dass es sozial gerecht zugeht und Einzelne nicht ĂŒberfordert werden», ergĂ€nzte der Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende Deutschland, Simon MĂŒller.
Die Forschungsorganisationen Prognos AG, Ăko-Institut und Wuppertal Institut sowie die UniversitĂ€t Kassel haben die Studie im Auftrag der Denkfabriken Agora Energiewende, Agora Industrie, Agora Agrar und Agora Verkehrswende erstellt.


