Kabinett bringt Vereinfachungen fĂŒr Pharma-Entwicklung auf den Weg
27.03.2024 - 12:52:00 | dpa.deDarauf zielt ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Karl Lauterbach, den das Kabinett am Mittwoch auf den Weg gebracht hat. Demnach sollen Genehmigungen von PrĂŒfungen und Zulassungsverfahren von Arzneimitteln beschleunigt und vereinfacht werden. Dies komme auch direkt den Patientinnen und Patientinnen in Deutschland zugute, die von neuen Therapien profitieren könnten, sagte der SPD-Politiker.
Vorgesehen sind unter anderem Vereinfachungen bei klinischen PrĂŒfungen. Damit werden Wirksamkeit, Sicherheit und VertrĂ€glichkeit von Substanzen nachgewiesen, bevor sie zugelassen werden und auf den Markt kommen. Solche PrĂŒfungen haben auch ethische und rechtliche Vorgaben, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Studien zu schĂŒtzen, wie das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut grundsĂ€tzlich erlĂ€utert. Die GesetzesplĂ€ne sehen zudem eine Möglichkeit fĂŒr Pharmafirmen vor, "vertrauliche ErstattungsbetrĂ€ge" bei neuen Arzneimitteln zu vereinbaren.
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen warnte, Geheimpreise eröffneten Unternehmen SpielrĂ€ume fĂŒr eine intransparente Gestaltung und trieben die Kosten nach oben. "Dabei reden wir nicht von Millionen, sondern von vielen Milliarden Euro jedes Jahr an Mehrkosten fĂŒr die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler ohne Mehrwert fĂŒr die Versorgung." Der Verband der Privaten Krankenversicherung kritisierte, die Regelung diene ausschlieĂlich dem Interesse der Pharmakonzerne, um auĂerhalb Deutschlands einen Preisvorteil zu bekommen.
Der Entwurf sieht auch Vereinfachungen bei den Verfahren fĂŒr forschungsbedingte Strahlenanwendungen vor, wie die zustĂ€ndige Umweltministerin Steffi Lemke sagte. Dabei blieben hohe ethische und wissenschaftliche Standards gewahrt und ein wirksamer Strahlenschutz erhalten, sagte die GrĂŒnen-Politikerin.
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