Ăthiopierin Assefa lĂ€uft Fabel-Marathon in Berlin
24.09.2023 - 13:29:46Eliud Kipchoge rettete seinen Rekordsieg in Berlin, doch in bisher unerreichte Marathon-SphĂ€ren stieĂ unter dem strahlend blauen Himmel am Brandenburger Tor die Ăthiopierin Tigst Assefa vor.
Die 29-JĂ€hrige bekreuzigte sich erst nach ihrem Weltrekord und sank auf die Knie. In 2:11:53 Stunden blieb Assefa mehr als zwei Minuten unter der bisherigen Bestmarke von Brigid Kosgei. Die Kenianerin war vor knapp vier Jahren in Chicago 2:14:04 Stunden gelaufen.
«Ich hĂ€tte nicht erwartet, so schnell zu laufen - also unter 2:12. Aber das ist das Ergebnis harter Arbeit», sagte Assefa nach ihrem Marathon-Quantensprung. Als Olympia-Favoritin fĂŒr 2024 mochte sie sich noch nicht sehen. «Das nationale Komitee muss mich erst auswĂ€hlen», erklĂ€rte sie zurĂŒckhaltend.
Amanal Petros sorgte mit seinem deutschen Rekord in 2:04:58 Stunden fĂŒr ein nationales Glanzlicht und wurde Neunter, ganz vorn gewann Kipchoge in 2:02:42 Stunden als erster LĂ€ufer zum fĂŒnften Mal ĂŒber die 42,195 Kilometer in Berlin. Der 38 Jahre alte Kenianer verpasste seinen Weltrekord aus dem Vorjahr um gut anderthalb Minuten, nachdem er zunĂ€chst in Rekordtempo gestartet war.
Prosteste vor dem Start
Aufhalten konnten ihn wie die anderen LĂ€uferinnen und LĂ€ufer auch nicht Aktivisten der Klimaschutzgruppe Letzte Generation. Sie hatten vor dem Start versucht, die StraĂe des 17. Juni zu blockieren und wurden von SicherheitskrĂ€ften weggezogen. Am Brandenburger Tor kurz vor dem Ziel waren nach einer Aktion der Gruppe vor einer Woche noch Spuren oranger Farbe zu sehen.
DafĂŒr hatte Assefa keine Augen, ein Jahr nach ihrem Berliner Streckenrekord von 2:15:37 Stunden stĂŒrmte sie unterstĂŒtzt von moderner Schuh-Technologie und bei perfekten Ă€uĂeren Bedingungen ihrer Fabelzeit entgegen. Von Beginn an lieĂ sie in einem auch in der Breite superschnellen Rennen keinen Zweifel an ihren Ambitionen. Dass sie spurten kann, beweist ihre 800-Meter-Bestzeit von unter zwei Minuten.
Den zuvor letzten Frauen-Weltrekord in Berlin hatte 2001 die Japanerin Naoko Takahashi aufgestellt, sie blieb vor 22 Jahren in 2:19.46 Stunden als erste Athletin unter 2:20 Stunden. Domenika Mayer unterbot als 14. in 2:23:47 Stunden um gut drei Minuten die internationale Olympia-Norm, den anderen deutschen LÀuferinnen gelang dies nicht. Debbie Schöneborn (2:27:35) fehlten nur 45 Sekunden. Den deutschen Rekord (2:19:19) hatte 2009 Irina Mikitenko in Berlin aufgestellt.
Kipchoge: «Sieg ist das Wichtigste»
Kipchoge setzte sich vor seinem Landsmann Vincent Kipkemoi (2:03:13) und dem Ăthiopier Tadese Takele (2:03:24) durch. «Der Sieg ist das Wichtigste», sagte der Marathon-Star, der in einem inoffiziellen Rennen in Wien 2019 sogar schon unter zwei Stunden geblieben war und am Ende seine Verfolger nĂ€her kommen sah. «Ich werde diese Lehren fĂŒr meine Olympia-Vorbereitung nutzen. Ich werde versuchen, Geschichte zu schreiben», versprach er mit Blick auf einen möglichen dritten Olympiasieg.
Petros setzte neue deutsche MaĂstĂ€be. Der 28-JĂ€hrige war rund anderthalb Minuten schneller als bei seinem bisherigen deutschen Rekord am 5. Dezember 2021 in Valencia. Knapp ĂŒber der internationalen Olympia-Norm (2:08:10) blieben trotz persönlicher Bestzeiten Samuel Fitwi (2:08:28) als 18. und Hendrik Pfeiffer (2:08:48) auf Rang 20.
FĂŒr den gröĂten deutschen Stadtlauf hatte sich die Rekordzahl von fast 48.000 LĂ€uferinnen und LĂ€ufern aus 156 LĂ€ndern angemeldet.













