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Kabinett stellt Weichen fĂŒr stabilen Preis 2024

17.07.2024 - 16:21:40

Die Bundesregierung stellt die Weichen dafĂŒr, dass der Preis des Deutschlandtickets im Nah- und Regionalverkehr in diesem Jahr stabil bleiben kann.

Das Kabinett brachte eine dafĂŒr notwendige Änderung des Regionalisierungsgesetzes auf den Weg.

Dabei geht es darum, dass im Jahr 2023 nicht verbrauchte Mittel fĂŒr die Finanzierung des Tickets in diesem Jahr genutzt werden können. Das gilt als Voraussetzung dafĂŒr, dass der Preis des Deutschlandtickets von monatlich 49 Euro dieses Jahr stabil bleibt. Die LĂ€nder fordern seit langem, dass die vom Bund zugesagte GesetzesĂ€nderung umgesetzt wird. FĂŒr das kommende Jahr haben die Verkehrsminister der LĂ€nder eine Preiserhöhung angekĂŒndigt.

Bund betont: LĂ€nder fĂŒr Preis zustĂ€ndig

Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, die Verkehrsministerkonferenz der LĂ€nder entscheide eigenstĂ€ndig ĂŒber die Preisgestaltung des Deutschlandtickets. Zur Konsolidierung des Haushaltes behalte der Bund zunĂ€chst einen Teilbetrag der Regionalisierungsmittel des Jahres 2025 in einer Höhe von 350 Millionen Euro ein. Die LĂ€nder bekĂ€men die Zahlung 2026, wenn sie nachgewiesen hĂ€tten, dass die Mittel aus dem Vorjahr sachgerecht verwendet worden sind.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte: "Mit der Änderung des Regionalisierungsgesetzes sichern wir das Deutschlandticket in seiner bestehenden Struktur finanziell ab." Die LĂ€nder sollten das Ticket als Chance begreifen, den Nahverkehr gemeinsam zu digitalisieren und fĂŒr noch viel mehr Menschen in der Stadt, aber auch fĂŒr Pendler auf dem Land zu einem attraktiven Verkehrsmittel zu machen. Auch das Bundesverkehrsministerium betonte, fĂŒr die Preisgestaltung des Tickets seien zunĂ€chst die LĂ€nder zustĂ€ndig.

LĂ€nder wollen Nachbesserungen

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (GrĂŒne) als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz sagte: "Es ist gut, dass die Bundesregierung nun mit 9-monatiger VerspĂ€tung endlich den ersten Schritt gemacht hat, PreisstabilitĂ€t fĂŒr 2024 zu sichern." FĂŒr 2025 sei damit aber noch nichts geklĂ€rt. "Im Gegenteil: Dass die Regionalisierungsmittel gekĂŒrzt werden sollen und die LĂ€nder keine VergĂŒnstigungen des Deutschlandtickets mehr anbieten dĂŒrfen, macht die Zukunft des Tickets sogar noch unsicherer." Das passe ĂŒberhaupt nicht zu den Forderungen nach PreisstabilitĂ€t fĂŒr 2025 aus Bundestag und Bundesregierung. "Wir erwarten, dass die Ampelfraktionen das Gesetz im Bundestag entsprechend korrigieren."

Die GrĂŒnen-Bundestagsfraktion hat angekĂŒndigt, sich bei den Haushaltsverhandlungen in diesem Herbst dafĂŒr einzusetzen, dass es beim bisherigen Preis von 49 Euro pro Monat bleibt. "Wir GrĂŒne werden in den Verhandlungen zum Haushalt dafĂŒr streiten, dass es zu keiner Preiserhöhung kommt", sagte GrĂŒnen-Bundestagsfraktionschefin Katharina Dröge der "Welt".

Den Verkehrsunternehmen entstehen aufgrund des gĂŒnstigeren Angebots hohe Einnahmeeinbußen. Bund und LĂ€nder hatten sich darauf verstĂ€ndigt, diese jeweils zur HĂ€lfte auszugleichen. Die Regionalisierungsmittel, mit denen der Bund die LĂ€nder bei der Bereitstellung des ÖPNV unterstĂŒtzt, wurden dafĂŒr erhöht. Dennoch kommt es immer wieder zu Streit um die langfristige Absicherung des Tickets.

@ dpa.de