Kommunen fordern Milliarden-Einsparungen im Sozialbereich
25.06.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deEs gehe nicht um KĂŒrzungen, der Sozialstaat mĂŒsse den Schwachen helfen, so Berghegger. Es gehe um den klĂŒgeren Einsatz der knappen Ressourcen, etwa durch das ZusammenfĂŒhren von Leistungen. Als Beispiel nannte er die Schulbegleitung von Kindern mit Behinderungen. Nach geltendem Recht werde jedem SchĂŒler ein eigener Begleiter zur Seite gestellt. Wegen des Einzelfall-Anspruchs sĂ€Ăen in manchen Klassen fĂŒnf oder sechs Betreuer plus Lehrer. Das helfe niemandem, koste aber unfassbar viel Geld. Eine gemeinsame Betreuung werde in vielen FĂ€llen ausreichen, so der DStGB-Chef. Und solche Pooling-Lösungen könne man auch fĂŒr die Eingliederung von Erwachsenen finden. DafĂŒr brauche es breite Zustimmung vom Bund und den LĂ€ndern. Denn mit der teilweise ĂŒbertriebenen Einzelfallgerechtigkeit habe man das GroĂe Ganze aus den Augen verloren.
Die MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder treffen sich am Donnerstagnachmittag mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Beratungen ĂŒber die Linderung der Finanznot der Kommunen stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Ausgaben im sozialen Bereich seien im zweistelligen Bereich durch die Decke geschossen, Jahr fĂŒr Jahr, begrĂŒndete Berghegger seinen Appell. Wenn sich nichts Ă€ndere, fehlten den Kommunen jedes Jahr 30 Milliarden Euro. An Kredite zu kommen werde dann immer schwieriger und die Zinsen kĂ€men hinzu. "Wir schlagen deswegen vor, die Ausgaben im Sozialbereich zu dritteln: Jeweils ein Drittel fĂŒr Bund, LĂ€nder und Kommunen", sagte er. Dann kĂ€me man endlich von den Defiziten runter. Und das hĂ€tte beim Gesetzgeber ein Umdenken zur Folge: Alle neuen Leistungen wĂŒrden automatisch auch Bund und LĂ€nder teuer zu stehen kommen - und bei Einsparungen wĂŒrden auch sie finanziell profitieren.
Neben den Einsparungen im Sozialbereich mĂŒsse der Bund-LĂ€nder-Gipfel auch eine zweite Weichenstellung vornehmen: "Wir erwarten eine Lösung bei der sogenannten KonnexitĂ€t", so Berghegger. Wenn Leistungen beschlossen werden, mĂŒssten den Kommunen die Kosten erstattet werden. Auch darĂŒber werde seit Monaten verhandelt. Auch da brauche es eine Entscheidung vor der Sommerpause, damit man endlich Planungssicherheit habe.
