Höchststand bei Erwerbsminderungsrenten wegen psychischer Leiden
25.06.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deDemnach gab es 2025 knapp 74.800 NeuzugĂ€nge in die Erwerbsminderungsrente aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen. Das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. 2024 gab es gut 72.000 Neueintritte, in den drei Jahren zuvor jeweils unter 70.000. Die Angaben basieren auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. GrundsĂ€tzlich erhĂ€lt die Leistung, wer aus gesundheitlichen GrĂŒnden nicht mehr arbeitsfĂ€hig ist.
In knapp 3.200 FÀllen erfolgte der Rentenzugang im vergangenen Jahr wegen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) - ein deutlicher Anstieg. 2021 gingen knapp 2.500 Menschen aufgrund einer PTBS neu in Erwerbsminderungsrente, 2016 waren es noch weniger als 2.000.
Die Bundestagsabgeordnete Anne Zerr (Linke) sagte der "Rheinischen Post", immer mehr Menschen wĂŒrden durch eine PTBS arbeitsunfĂ€hig. Die Zahl der NeuzugĂ€nge in die Erwerbsminderungsrente aufgrund von PTBS sei seit 2016 um ĂŒber 60 Prozent gestiegen. Sie geht davon aus, dass auch Belastungen im Arbeitskontext dabei eine Rolle spielen. Nicht selten entstehe das Trauma genau dort, wo Menschen fĂŒr uns alle den Laden am Laufen hielten: beim Rettungseinsatz, auf der Intensivstation, im Fahrerstand der Bahn, betonte Zerr.
Zerr sprach sich daher dafĂŒr aus, PTBS in die Liste der Berufskrankheiten aufzunehmen. Wer im Beruf traumatisiert werde, habe faktisch keinen Anspruch auf die besseren Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung, die allein arbeitgeberfinanziert sei, sagte sie. Stattdessen mĂŒsse die paritĂ€tisch finanzierte Kranken- und Rentenversicherung einspringen. Daher mĂŒssten arbeitsbedingte psychische Erkrankungen endlich auf die Liste der Berufskrankheiten.
