Verfassungsschutz beobachtet immer mehr Rechtsextremisten
12.06.2024 - 05:09:24Der Verfassungsschutz stellt fest, dass die Zahl der Menschen, die dem rechtsextremistischen Spektrum zuzurechnen sind, weiter wĂ€chst. «Wir sehen einen erneuten Aufwuchs auch bei den gewaltorientierten Rechtsextremisten», sagte der PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der Deutschen Presse-Agentur.
Seine Behörde will in der kommenden Woche den Verfassungsschutzbericht fĂŒr 2023 vorstellen. Das Anwachsen des Personenpotenzials in diesem Spektrum speise sich aus verschiedenen rechtsextremistischen Strukturen, erklĂ€rte Haldenwang. 2022 war das noch anders.
Der Anstieg um rund 14,5 Prozent auf bundesweit schĂ€tzungsweise 38.800 Rechtsextremisten im Verfassungsschutzbericht fĂŒr das Jahr 2022 ging vor allem darauf zurĂŒck, dass erstmals ein Teil der AfD, die vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet wird, hinzugerechnet wurde. Zur ErklĂ€rung hieĂ es damals: «Angesichts der weiterhin bestehenden inhaltlichen HeterogenitĂ€t innerhalb der Partei können allerdings nicht alle Parteimitglieder als AnhĂ€nger der extremistischen Strömungen betrachtet werden.»
SchÀtzungsweise 10.200 Mitglieder der AfD rechtsextrem
Das Bundesamt schĂ€tzte, dass 10.200 Mitglieder der AfD und ihrer Parteijugend (Junge Alternative) diesen Strömungen zuzurechnen sind. Klagen der Partei und ihrer Nachwuchsorganisation gegen die Beobachtung als Verdachtsfall scheiterten im Mai vor dem Oberverwaltungsgericht in MĂŒnster.
An einem neuen Gutachten zur EinschĂ€tzung der AfD arbeitet der Verfassungsschutz bereits. Ein Verdachtsfall mĂŒsse in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden erneut ergebnisoffen geprĂŒft werden, erklĂ€rte der Verfassungsschutz-PrĂ€sident. Dann gebe es drei Möglichkeiten.
Entweder der Verdacht bestĂ€tige sich nicht und die Beobachtung werde beendet oder aber der Verdacht bestĂ€tige sich, «und wir sprechen jetzt von einem erwiesenen rechtsextremistischen Beobachtungsobjekt». Möglich sei aber auch, dass noch bestimmte Aspekte geprĂŒft werden mĂŒssten, weshalb es dann weiterhin bei einem Verdachtsfall bleibe.
Der Verfassungsschutz hatte im MÀrz 2021 erstmals bekanntgegeben, dass er die gesamte AfD als Verdachtsfall in den Blick genommen hat. Seither habe man «eine StÀrkung der rechtsextremistischen Strömungen innerhalb der Partei festgestellt», sagte Haldenwang.


