Nicht mehr 96-Chef: Kind verliert vor Bundesgerichtshof
16.07.2024 - 11:30:57Martin Kind ist nicht mehr GeschĂ€ftsfĂŒhrer des FuĂball-Zweitligisten Hannover 96. Der Bundesgerichtshof (BGH) erklĂ€rte am Dienstag in Karlsruhe, dass seine Absetzung durch die FĂŒhrung des Muttervereins Hannover 96 e.V. vor zwei Jahren rechtens war.Â
Als letzte Instanz wies der BGH Kinds Klage gegen die Abberufung zurĂŒck. Vor dem Landgericht Hannover und dem Oberlandesgericht Celle hatte sich der 80 Jahre alte Hörakustik-Unternehmer noch erfolgreich dagegen wehren können. Deren Entscheidungen hob das höchste deutsche Zivilgericht am Dienstag aber auf.
Folgen fĂŒr die DFL
Das Urteil hat auch Folgen fĂŒr die Deutsche FuĂball Liga (DFL). Denn mit Kind ist ein entschiedener Gegner der 50+1-Regel im deutschen ProfifuĂball nicht mehr in einer verantwortlichen Position.
Als GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Mehrheitsgesellschafter des ausgegliederten ProfifuĂball-Bereichs von Hannover 96 hatte er zunĂ€chst vergeblich versucht, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. Seitdem befĂŒrchteten viele UnterstĂŒtzer der Regel, er könne diese nur in Deutschland geltende BeschrĂ€nkung fĂŒr den Einfluss externer Investoren vor ein ordentliches Gericht ziehen.
Alle mit dem Fall beschĂ€ftigen Gerichte stellten jedoch klar, dass es in diesem Verfahren nicht um die Wirksamkeit der 50+1-Regel ging, sondern nur um den jahrelangen Streit zwischen der Kapital- und der Vereinsseite bei Hannover 96.Â
Dort wurde Kind 1997 zunĂ€chst zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. 1999 gliederte er den ProfifuĂballbereich aus. Mit einer kurzen Unterbrechung von 2005 bis 2006 war Kind bis zu diesem Jahr stets GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Mehrheitsgesellschafter dieses Bereichs. Der Mutterverein Hannover 96 e.V. wird aber seit 2019 von Kind-Gegnern gefĂŒhrt.


