Migration polarisiert vor allem Rechte, Klimawandel Linke
18.07.2023 - 17:49:40Die Themen Migration und Klimawandel tragen laut einer Studie in zehn europÀischen LÀndern am meisten zu einer Polarisierung in der Gesellschaft bei.
«Generell sind Linke stÀrker polarisiert als Rechte. Beim Thema Zuwanderung jedoch zeigen sich Personen, die sich politisch rechts positionieren, stÀrker affektiv polarisiert», teilte das Forschungszentrum Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der Technischen UniversitÀt Dresden mit. Unter affektiver Polarisierung verstehen die Wissenschaftler, wenn sich Menschen in wichtigen gesellschaftspolitischen Fragen mit emotionaler Ablehnung begegnen.
«Italien weist generell das höchste MaĂ an affektiver Polarisierung auf, vor Griechenland und Ungarn. Im Gegensatz dazu sind die Befragten in den Niederlanden und Tschechien am wenigsten polarisiert.» Deutschland liege im Mittelfeld, hieĂ es. Im Zusammenhang mit Migration seien diejenigen am stĂ€rksten polarisiert, die den Zuzug von AuslĂ€ndern begrenzen wollen. Im Zusammenhang mit Klimawandel seien es jene, denen die politischen MaĂnahmen zur BekĂ€mpfung nicht weit genug gingen, erklĂ€rte MIDEM-Direktor Hans VorlĂ€nder.
Ukraine-Krieg polarisiert vor allem in Tschechien
Das Thema «Umgang mit sexuellen Minderheiten» - dazu zĂ€hlten die Forscher etwa Homo- oder Transsexuelle - polarisiere besonders in Italien, Spanien und Griechenland, lautete ein weiterer Befund. Frauen seien dabei sogar etwas stĂ€rker polarisiert als MĂ€nner. Der Krieg in der Ukraine polarisiere in Tschechien am stĂ€rksten. Viele tschechische BĂŒrgerinnen und BĂŒrger stĂŒnden der eigenen Regierung sowie deren Politik zur UnterstĂŒtzung der Ukraine sehr kritisch gegenĂŒber. Zuwanderung polarisiere nicht nur am stĂ€rksten, es habe auch das gröĂte Spaltungspotenzial.
Die Studie basiert auf einer Umfrage, die in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im Herbst 2022 in zehn EU-Mitgliedstaaten entstand. Rund 20.000 Menschen wurden zu Themen wie Krieg in der Ukraine, Corona-Pandemie, Klimawandel oder Sozialleistungen und deren Finanzierung befragt. Statt Einstellungsunterschiede zu politischen Themen zu erheben, misst die Studie die emotionale Bewertung von Personengruppen mit entgegengesetzten politischen Ansichten. DafĂŒr wurden Befragte hinsichtlich der eigenen Position zu einem Thema befragt und zu ihren GefĂŒhlen Andersdenkenden gegenĂŒber.


