KriminalitÀt, Gesellschaft

GrĂŒne mahnen zu differenzierter Analyse der Kriminalstatistik

20.04.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

GrĂŒnen-Abgeordnete warnen vor der Vorstellung der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) vor populistischen Debatten mit pauschalen Schuldzuweisungen an Migranten.

Polizeiauto (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Mit der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik beginnt jedes Jahr dieselbe verkĂŒrzte Debatte auf einer wackeligen Datengrundlage: Migration wird zum Hauptproblem erklĂ€rt, statt Ursachen differenziert zu analysieren", sagte Irene Mihalic, parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der GrĂŒnen-Fraktion, der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe).

Die Bundestagsabgeordnete und frĂŒhere Polizeibeamtin sagte: "Wer Sicherheit ernst meint, darf aber nicht nach BauchgefĂŒhl handeln, sondern muss kriminologische Erkenntnisse zur Grundlage machen und gezielt in PrĂ€vention investieren." Das heiße ArmutsbekĂ€mpfung, Schulsozialarbeit und auch MĂ€nnerarbeit. "Denn weiterhin werden vor allem junge MĂ€nner straffĂ€llig. Gleichzeitig gilt: Wo Straftaten begangen werden, muss der Rechtsstaat konsequent handeln."

Gemeinsam mit Konstantin von Notz und Misbah Khan hat Mihalic ein vierseitiges Papier verfasst mit dem Titel "Drei Wege gegen Gewalt: Vorbeugen. Durchgreifen. Helfen", aus dem die Zeitung zitiert. Als zentrale Risikofaktoren werden dabei Armut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit sowie Ausgrenzung, psychische Erkrankungen und frĂŒhe Gewalterfahrungen genannt.

Die stellvertretende GrĂŒnen-Fraktionsvorsitzende, Misbah Khan, sagte dazu: "Gewalt ist ein Sicherheitsproblem, aber Gewalt lĂ€sst sich nicht allein durch Polizei und Strafverfolgung eindĂ€mmen. Deshalb ist es höchste Zeit, PrĂ€vention, Betroffenenhilfe und Sozialarbeit wieder stĂ€rker in den Fokus zu rĂŒcken. Oder einfacher gesagt: Wer am Sozialen spart, darf sich ĂŒber soziale Verwerfungen nicht wundern."

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