Verfassungsschutz, Gruppen

Verfassungsschutz beobachtet extremistische Gruppen an UniversitÀten

15.07.2024 - 20:20:25

Im Zusammenhang mit propalÀstinensischen Demonstrationen und Hörsaalbesetzungen beobachtet der Verfassungsschutz extremistische Gruppen auch an deutschen UniversitÀten.

"SelbstverstĂ€ndlich interessieren wir uns fĂŒr Gruppierungen wie Young Struggle, eine tĂŒrkisch-kommunistische Jugendorganisation", erklĂ€rte der PrĂ€sident des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, gegenĂŒber ZDF-Magazin "Frontal": "Hier darf es nicht dazu kommen, dass sich solche Bestrebungen weiter ausbreiten und ihre Spielfelder fĂŒr Agitation bekommen." Die linksextremistische Gruppe Young Struggle war im Dezember 2023 an einer Hörsaalbesetzung an der Freien UniversitĂ€t Berlin beteiligt. Laut dem aktuellen Verfassungsschutzbericht ist Young Struggle "einer der aktivsten extremistischen Akteure in Bezug auf Mobilisierung, Organisation und Teilnahme an propalĂ€stinensischen Versammlungen". Seit dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Gaza-Krieg beobachtet der Verfassungsschutz in Deutschland neue Allianzen zwischen Gruppen, die sonst wenig Schnittmengen haben, so Haldenwang: "Unterschiedlichste extremistische Gruppierungen haben jetzt als gemeinsames Ideologie-Element den Antisemitismus."

Neben Rechtsextremismus und islamistischem Antisemitismus gebe es nun auch deutsche linksextremistische Gruppierungen, die auf Seiten der PalĂ€stinenser und oft auf Seiten der Hamas stĂŒnden. Die Extremisten wĂŒrden versuchen, eine antisemitische Ideologie in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. "Insofern werden auch wieder Dinge sagbar in Deutschland, die man sich lange Jahre nicht hĂ€tte vorstellen können. All das macht diese neue Bedrohung aus." Allein im vergangenen Jahr gab es 5.164 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund, davon eben 148 Gewalttaten, 90 Prozent davon Körperverletzungsdelikte. "Wir haben in einem nicht dagewesenen Ausmaß seit Ende des Zweiten Weltkriegs Antisemitismus in Deutschland wahrzunehmen", so Haldenwang. "Von vielen jĂŒdische Menschen höre ich, sie haben einen gepackten Koffer in ihrer Wohnung stehen und ĂŒberlegen, wann ist der richtige Zeitpunkt, das Land zu verlassen. Allein der Umstand, dass sich die Menschen derartige Gedanken machen, ist aus meiner Sicht im Land des Holocaust unertrĂ€glich."

@ dts-nachrichtenagentur.de